Waehrungstausch und Fahrscheinkauf am ZOB

Waehrungstausch und Fahrscheinkauf am ZOB

Ereignis

Die Kleine Anfrage der Abgeordneten Dr. Helga Ernst (SPD) befasst sich mit der Frage, ob am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) eine Tauschmöglichkeit für fremde Währungen vorhanden ist, ob in der nächstgelegenen S- oder U-Bahn-Station bargeldlos ein Fahrschein erworben werden kann und was der Senat gegebenenfalls unternimmt, um Fremden das „Schwarzfahren“ zu ersparen. Der Senator für Bauen, Wohnen und Verkehr, Jürgen Klemann, erklärt, dass am Berliner ZOB keine Tauschmöglichkeit vorhanden sei, da die ankommenden Buslinien im grenzüberschreitenden Linienverkehr überwiegend aus Osteuropa kämen und bei den entsprechenden Währungen „Binnenwährungen“ mit Ausfuhrrestriktionen handele, die Reisenden bei legaler Einreise in der Regel bereits im Besitz deutscher Währung seien und es deshalb und angesichts der relativ kleinen Zahl von Busreisenden aus EU-Staaten sowie der bevorstehenden Einführung des Euro aus wirtschaftlichen Gründen in Zukunft keinen Dienstleister geben dürfte, der an der Einrichtung entsprechender Wechselstuben ein Interesse habe, dass auf dem nächstgelegenen S-Bahnhof „Witzleben“ auch mittels EC-Karte Fahrscheine des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg erworben werden könnten, und dass die Frage 3 entfalle.

Details

Quelle: Abgeordnetenhaus von Berlin, 13. Wahlperiode, Drucksache 13/5221 (Kleine Anfrage Nr. 5221)

Kleine Anfrage Nr. 13/5221 der Abgeordneten Dr. Helga Ernst (SPD) über: Währungstausch und Fahrscheinkauf am ZOB

Ich frage den Senat:

  1. Ist am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) eine Tauschmöglichkeit für fremde Währungen vorhanden?

  2. Besteht die Möglichkeit, in der nächstgelegenen S- oder U-Bahn-Station bargeldlos einen Fahrschein zu erstehen?

  3. Bei evtl. Verneinung: Was unternimmt der Senat, um Fremden das „Schwarzfahren“ zu ersparen?

Berlin, den 20. September 1999

Antwort (Schlussbericht) auf die Kleine Anfrage Nr. 5221

Im Namen des Senats von Berlin beantworten wir Ihre Kleine Anfrage wie folgt:

Zu 1.:

Nein. Die am Berliner ZOB ankommenden Bus-Linien im grenzüberschreitenden Linienverkehr kommen überwiegend aus Osteuropa (z. B. Polen, Baltikum, GUS-Staaten). Von 21 grenzüberschreitenden Busverbindungen, die zu bestimmten Wochentagen den Berliner ZOB ansteuern, kommen derzeitig 15 aus Osteuropa.

Ein Bedarf an Tauschmöglichkeiten ist seitens der Bürger dieser Staaten nicht gegeben, da es sich bei den entsprechenden Währungen um „Binnenwährungen“ mit Ausfuhrrestriktionen handelt. Die Bürger dieser Staaten sind bei einer legalen Einreise in der Regel bereits im Besitz von deutscher Währung. Entsprechend den Einreisebestimmungen müssen Bürger dieser Staaten bei der Einreise in die EU entsprechende finanzielle Mittel (z. B. in konvertierbarer Währung) vorweisen können, die die Finanzierung eines Aufenthalts im Schengener Gebiet ermöglichen. Daher bringen die Reisenden in der Regel DM bereits aus ihrem Ursprungsland mit.

Deshalb und angesichts der relativ kleinen Zahl von Busreisenden aus den Staaten der Europäischen Union bzw. wegen der bevorstehenden Einführung des Euro dürfte es aus wirtschaftlichen Gründen in Zukunft keinen Dienstleister geben, der an der Einrichtung entsprechender Wechselstuben ein Interesse hat.

Zu 2.:

Ja. Auf dem nächstgelegenen S-Bahnhof „Witzleben“ können auch mittels EC-Karte Fahrscheine des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg erworben werden.

Zu 3.:

Entfällt.

Berlin, den 14. Oktober 1999

Jürgen Klemann Senator für Bauen, Wohnen und Verkehr

Hinweis

dieser Text wurde mit Unterstützung von KI erstellt