Straßenbahn: Bald keine Straßenbahn nach Rahnsdorf, Waldschänke mehr

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Im Mai 2011 verabschiedete die Bundesregierung ihr Regierungsprogramm #Elektromobilität – gespickt mit zahllosen finanziellen und gesetzgeberischen Anreizen für Autoindustrie, Händler und Autofahrer. Elektromobilität soll endlich auch in Deutschland ankommen. Nur schade, wenn gerade die Bundeshauptstadt eine zweifelhafte Rolle einzunehmen gedenkt. Denn es steht die #Stilllegung einer #Straßenbahnstrecke an – Elektromobilität ist in Berlin auf dem Rückzug. Dank einer Privatinitiative (www.linie61.de) soll die Öffentlichkeit auf die drohende Einstellung hingewiesen werden. Der DBV unterstützt die Intitiative, bittet viele Fahrgäste um Unterstützung der Petition und fordert vor der Stilllegung eine differenzierte und ehrliche Diskussion. Es geht um die anstehende Sanierung des östlichen, ca. 4,7 km langen Endastes der Straßenbahnlinie 61 vom S-Bahnhof #Friedrichshagen über den Fürstenwalder Damm bis zum Ortseingang nach Wilhelmshagen. Die Strecke führt durch ein Trinkwasserschutzgebiet und wird laut BVG, die die Straßenbahn gerne durch einen Dieselbus ersetzen möchte, im Herbst und Winter an Werktagen von durchschnittlich 400 Fahrgästen benutzt, im Sommer seien es etwa 1.000. Wieviele Fahrgäste es an den Wochenenden sind, behält sie lieber für sich. Mit den Einsparvorgaben des Berliner Finanzsenators bleibt der BVG wohl gar nicht anderes übrig, als den Abschnitt vom S-Bahnhof Bahnhof Friedrichshagen nach Rahnsdorf, Waldschänke schlecht zu reden und zu rechnen, um ihn loszuwerden. Dabei könnten schon heute kleine Maßnahmen die Attraktivität erhöhen. So fährt der Bus 161 nach Erkner planmäßig 4 Minuten vor dem Eintreffen der Straßenbahn ab. Ob ein Dieselbus auf der Straße besser zum Schutz des Trinkwassers geeignet ist, als eine Straßenbahn? Der DBV hält die bevorstehende Stilllegung für das völlig falsche Zeichen. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer: „Das Thema Elektromobilität steht ganz oben auf unserer Agenda.“ Die Zeit in Berlin scheint stehengeblieben zu sein. Mit der Frontstadt-SPD war auch bis 1989 im ehemaligen West-Berlin keine Straßenbahn zu machen (Pressemeldung DBV, 19.09.13).

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