S-Bahn: DBV Berlin-Brandenburg zum neuen Fahrplan 24. Januar 2011

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Ab kommenden Montag, 24. Januar 2011, wird die S-Bahn nur noch mit 60 km/h
unterwegs sein. Während es in der Innenstadt zu kaum spürbaren
Fahrzeitverlängerungen kommt, sind die Fahrgäste aus und die
Verkehrsunternehmen in Brandenburg die Verlierer. Die Fahrgäste, die für
ihre täglichen Wege aus dem Umland auf öffentliche Verkehrsmittel gesetzt
haben, brauchen mehr Zeit. Sind es innerhalb Berlins in der Regel nur
wenige Minuten mehr, können sich die Fahrzeitverlängerungen für Fahrgäste
aus Brandenburg schon auf zwanzig und mehr Minuten pro Weg addieren. Das
ist grundsätzlich ärgerlich. Der DBV-Landesverband sieht jedoch im
„Schleichfahrplan“ der S-Bahn ab Montag den großen Vorteil, dass die
Gesamtfahrzeit wieder kalkulierbar und einigermaßen sicher wird.
Eine weitere Gruppe von Betroffenen sind die Verkehrsbetriebe im Berliner
Umland. Sie haben in den letzten Jahren wegen ständiger Mittelkürzungen von
Land und Kommunen ihr Angebot ebenfalls erheblich „einfrieren“ müssen und
sind auf jeden Fahrgast und jeden Cent angewiesen. Wer im Moment Berlin als
Ziel ansteuert und einen Pkw zur Verfügung hat, wird es sich dreimal
überlegen, ob er mit Bus und Bahn nach Berlin fährt oder gleich das Auto
nimmt. Damit gehen viele Fahrgäste verloren! Andererseits wird von den
Betrieben wie selbstverständlich auch erwartet, dass sie die Ausfälle bei
der S-Bahn durch eigene Mehrleistungen kompensieren. Ganz zu schweigen von
den ständigen Fahrplananpassungen, die ja auch irgendwie geplant und
abgerechnet werden müssen. Diese Mehrleistungen bei Personal und Fahrzeugen
jedoch bekommen die Betriebe im Moment nicht vergütet!
Deshalb fordert der DBV-Landesverband nicht nur eine sofortige Rücknahme
der Fahrpreiserhöhung — mindestens für den Tarifbereich Berlin ABC. Auch
die geschilderten Mehraufwendungen bei den Verkehrsunternehmen im Berliner
Umland müssen durch das Land Brandenburg abgegolten werden. Es kann nicht
sein, dass Brandenburg die zurückbehaltenen Gelder, die für die
S-Bahn-Bestellungen vorgesehen waren — als Sanierungsbeitrag für den
allgemeinen Landeshaushalt verbucht (Pressemitteilung DBV
Berlin-Brandenburg, 24.01.11).

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