Regionalverkehr: DBV zum Bus-Ersatzangebot Königs Wusterhausen – Lübbenau

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Aufatmen bei den Betroffenen. Seit dem 3. Mai 2010 ist die Strecke zwischen Königs Wusterhausen und Lübbenau komplett gesperrt. Stattdessen wird ein umfangreiches Busersatzangebot auf bis zu fünf unterschiedlichen Linien gefahren.
Befürchtet worden war, dass es zu chaotischen Zuständen kommen würde, wenn tatsächlich der größte Teil der täglich etwa 6.500 Bahnfahrgästen auf die Busse umsteigt. Jedoch: es ist ruhig geblieben. Die Busse sind durchschnittlich besetzt. Das Chaos blieb bisher aus.
Worüber sich die einen freuen, ist für den DBV ein Indiz dafür, dass das Ersatzkonzept gescheitert ist: kaum jemand nutzt die Ersatzbusse. Ein Blick auf die Autobahn gibt Auskunft darüber, wie sich die Verkehrswege geändert haben. Der allergrößte Teil der Pendler meidet die angebotenen Ersatzbusse und fährt gleich mit dem Pkw — alleine oder in Fahrgemeinschaften bis nach Berlin. Die Fahrmöglichkeiten und -zeiten sind zu unattraktiv. Würden wirklich in nennenswertem Umfang die bisherigen Bahnnutzer auf die Busse umsteigen (oder die zweistündlichen Regionalzüge über Doberlug-Kirchhain nutzen), müssten die Busse zu dritt oder viert pro Linie in Königs Wusterhausen ankommen und abfahren. Die Tatsache, dass es so ruhig und beschaulich am Bahnhof zugeht, ist der Beweis dafür, dass das Chaos woanders stattfindet: auf der Autobahn!
Wenn auch nur die Hälfte der täglichen Pendler das Ersatzangebot annehmen würde, müsste es in Lübbenau, den Unterwegshalten und in Königs Wusterhausen anders aussehen. Bereits im Vorfeld hatte der DBV auf die Probleme hingewiesen und gefordert, als Umfahrungsalternative auch die „Niederlausitzer Eisenbahn“ – die Strecke zwischen Lübben und Luckau-Uckro – in die Überlegungen mit einzubeziehen. Die geringen Investitionen, die zur Ertüchtigung für einen stündlichen Umleiterverkehr von Lübben nach Berlin notwendig gewesen wären, hätten mit Sicherheit das Gesamtvolumen für die Baumaßnahme (immerhin 137 Millionen Euro) nicht wesentlich erhöht. So stimmen die Fahrgäste während der Streckensperrung mit dem Gaspedal ab — auf der zugestauten Autobahn. Zumindest sollte jetzt an den für die Region wichtigen Tourismus gedacht werden und ein Zubringerverkehr auf der Schiene eingerichtet werden.
Der Landesverband wird gemeinsam mit dem Förderverein Niederlausitzer Eisenbahn weiterhin für die Einbeziehung der Bahn zwischen Lübben und Luckau-Uckro in sinnvolle und attraktive Ersatzkonzepte kämpfen. Denn die Streckensperrung hat gerade erst begonnen (Pressemeldung Deutscher Bahnkunden-Verband Landesverband Berlin-Brandenburg e. V., 20.05.10).

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