U-Bahn: U-Bahn-Baustelle vor dem Berliner Rathaus

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Mit einem symbolischen Rammstoß für die den Bau vorbereitenden Maßnahmen haben am 13.04.10 vor dem Berliner Rathaus der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, die Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer sowie der Vorstandsvorsitzende der BVG, Andreas Sturmowski, das Vorhaben „Weiterbau der U5“ zwischen Alexanderplatz und Brandenburger Tor eingeleitet. Zu den Vorbereitungen zählen Leitungsverlegungen, archäologische Grabungen, das Aufstellen der Baustelleneinrichtungen sowie die Baufeldfreimachung.
„Der Lückenschluss der U5 soll jetzt Gestalt annehmen.“ sagte der Regierende Bürgermeister, Klaus Wowereit, nach dem Rammstoß. „Nach Fertigstellung werden die Berlinerinnen und Berliner, aber auch unsere Gäste von dieser neuen zentralen Verkehrsverbindung profitieren. Die U5 optimiert die Anbindung des Hauptbahnhofs und des Regierungsviertels sowie des Zentralbereichs um das Brandenburger Tor an das bereits vorhandene hervorragende Berliner Nahverkehrsnetz. Beeinträchtigungen werden dabei unvermeidlich sein. Aber wir dürfen nicht vergessen: Eine solch umfangreiche Investition bedeutet auch Arbeitsplätze für die Bauindustrie. Auch das ist eine gute Nachricht.“
Der Bau der 2,2, Kilometer langen Verbindungsstrecke zwischen der im Jahr 2009 fertig gestellten U55 und der U5 am Alexanderplatz ist Bestandteil des Hauptstadtvertrages und soll im Jahr 2017 abge-schlossen sein. Die BVG als Bauherr errichtet die Neubaustrecke mit Bundes- und Landesmitteln.
Die weitgehend im unterirdischen Schildvortriebverfahren gebaute Strecke führt vom Alexanderplatz, vorbei am Berliner Rathaus, quer unter dem Marx-Engels-Forum und dem Boulevard Unter den Linden zum U-Bahnhof Brandenburger Tor.
Drei neue Bahnhöfe entstehen entlang der Neubaustrecke: Berliner Rathaus, Museumsinsel und, als zukünftiger Kreuzungsbahnhof von U6 und U5, der U-Bahnhof Unter den Linden.
Da der weitaus größte Teil der Strecke unterirdisch gebaut wird, werden nur an ausgewählten Stellen Bauaktivitäten sichtbar werden. Vor dem Berliner Rathaus entsteht der U-Bahnhof in offener Bauweise, ebenso im Kreuzungsbereich Unter den Linden, Friedrichstraße. Am Rande des Schlossplatzes werden die Eingänge für den U-Bahnhof Museumsinsel errichtet, dort befindet sich außerdem die Großbaustelle für das zukünftige Stadtschloss.
Der U-Bahnhof selbst wird bergmännisch gebaut. Auf Grund des hohen Grundwasserspiegels in Berlin muss die Bodenplatte des Schlossneubaus fertig gestellt sein, bevor der Schildvortrieb unter dem Schlossplatz durchfahren kann. Am Marx-Engels-Forum entsteht die 20 Meter tiefe Baugrube, über die die schwere Schildvortriebmaschine eingelassen und, nach Abschluss der Bohrungen, wieder herausgeholt wird. Insgesamt fallen beim Bau der U-Bahnhöfe und der Schildstrecke rund 235.000 m³ Bodenaushub an.
Für die An- und Abfahrt und die Baulogistik wurde in Abstimmung mit den Verantwortlichen von Senat und Bezirk ein umweltschonendes Konzept erstellt, mit einer eigenen Verkehrsführung, die Belästigungen in dem sensiblen Bereich auf ein Minimum reduziert und beispielsweise den Abtransport des im Schildvortrieb anfallenden Aushubs per Schiff vorsieht. Dazu wird gegenüber der Baustelle des Humboldt-Forums an der Spree ein entsprechender Schiffsanleger gebaut.
Die umfangreichste und anspruchsvollste Baumaßnahme, neben der Einlassöffnung am Marx-Engels-Forum, findet im Kreuzungsbereich Unter den Linden, Friedrichstraße statt. Weil der U-Bahnhof der U5 unter den bestehenden Bahnhof der U-Bahnlinie U6 gelegt wird, der dann quasi wie ein Trog in dem neuen U-Bahnhof hängt, muss in offener Bauweise gebaut werden. Die BVG-Verantwortlichen sind sich dabei der besonderen Bedeutung der Straße und des Umfeldes bewusst und versuchen, die Sperrungen und baubedingten Beeinflussungen so gering wie möglich zu halten. Für eine umfangreiche Baugrundvorbereitung zur sicheren Erstellung des neuen Kreuzungsbahnhofes „Unter den Linden“ muss die U-Bahnlinie U6 im April 2012 für wahrscheinlich elf Monate zwischen den U-Bahnhöfen U Friedrichstraße und Stadtmitte unterbrochen werden. Sichergestellt ist, dass Fußgänger und Radfahrer die Baustelle passieren können (Pressemeldung BVG, Fotos Bodo Schulz, www.album-berliner-verkehr.de, 15.04.10).

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