Bahnverkehr: VCD: DB AG sperrt ICE-Strecke Berlin – Hamburg wegen Sanierung

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Zwischen dem 1. März und dem 13. Juni 2009 saniert die Deutsche Bahn AG die Eisenbahnstrecke Berlin – Hamburg. Bahnreisende müssen daher Umwege und Fahrzeitverlängerungen in Kauf nehmen. Der Verkehrsclub Deutschland e.V. (VCD) fordert die DB AG auf, die Fahrpreise während der Bauzeit zu reduzieren. Da bereits beim Bau der Hochgeschwindigkeitsstrecke versäumt wurde, Überholgleise einzubauen, seien die Nachteile für die Bahnkunden hausgemacht.
Michael Gehrmann, VCD-Bundesvorsitzender: „Obwohl die DB schon im Dezember wusste, dass Bahnkunden auf der Strecke zwischen den beiden Metropolen fast vier Monate lang Einschränkungen hinnehmen müssen, erhöhte sie zum Fahrplanwechsel die Preise für diese Verbindung kräftig und überdurchschnittlich um bis zu 5,77 Prozent. Wir fordern von der DB, im Interesse ihrer Kunden während der Bauphase den ICE- und IC-Zuschlag für die Strecke Berlin – Hamburg aufzuheben.“ Bahnreisenden mit Jahreskarte sollte der Aufpreis zurückerstattet werden.
Die Totalsperrung zwischen Nauen und Wittenberge erfolgt, weil die Gleisschwellen in diesem Bereich ausgetauscht werden müssen. Alle Züge werden über Stendal und Uelzen umgeleitet, drei der täglich fünf IC-Verbindungen fallen ganz weg. Die Umleitung über Stendal und Uelzen bedeutet für Bahnreisende, dass sich die Fahrtzeit um bis zu 45 Minuten verlängert. Die Fahrt von Berlin nach Hamburg dauert damit bis zu 2:40 Stunden.
Der VCD kritisiert, dass beim Ausbau der Schnellfahrstrecke Anfang dieses Jahrzehnts versäumt wurde, Überholgleise zu erhalten und zu bauen, die nicht nur zum Abstellen von Bauzügen sinnvoll seien. Auch bei anderen Störungen würden diese Gleise für Überholungen zwischen schnellen und langsamen Zügen benötigt, damit Verspätungen nicht ausuferten.
Heidi Tischmann, VCD-Verkehrsreferentin: „Um den Bau von Überholgleisen sicherzustellen, ist dringend eine Regelung durch die Bundespolitik erforderlich. Beim Neu- oder Ausbau einer Autobahn würde kein Mensch auf die Idee kommen, auf die Standspur zu verzichten, weil sie selten genutzt wird. Auf Autobahnen gehört die Reservespur zum Standard und wird selbstverständlich vom Bund finanziert. Hier wird bei den Verkehrsträgern mit zweierlei Maß gemessen.“ (Pressemeldung VCD, 20.02.09).

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