Radverkehr + Regionalverkehr: Pilotprojekt „Rad im Regio“ kommt bei Fahrgästen gut an „VBB im Dialog“: Fahrrad und öffentlicher Nahverkehr in Berlin Das Pilotprojekt „Rad im Regio“ stößt bei den Fahrgästen mehrheitlich auf positive Resonanz. Auf der „VBB im Dialog“-Fachkonferenz in Berlin zog VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel eine erfreuliche Zwischenbilanz des Projektes., aus VBB

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„VBB im Dialog“: #Fahrrad und öffentlicher #Nahverkehr in Berlin

Das #Pilotprojekt „#Rad im Regio“ stößt bei den Fahrgästen mehrheitlich auf positive Resonanz. Auf der „VBB im Dialog“-Fachkonferenz in Berlin zog VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel eine erfreuliche Zwischenbilanz des Projektes. Staatssekretär Christian Gaebler aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt eröffnete die Fachkonferenz zum Thema „Fahrrad und öffentlicher Nahverkehr in Berlin“ und stellte die #Radverkehrsstrategie des Landes Berlin vor. Vertreter von Verkehrsunternehmen, Fahrradverbänden und privater Fahrrad- und Mobilitätsdienstleister berichteten vor rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der Praxis und stellten sich den Fragen aus dem Publikum.

Fahrrad und öffentlicher Nahverkehr

Die Zahl der Fahrgäste im Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) stieg im vergangenen Jahr um zwei Prozent auf die Rekordzahl von täglich 3,81 Millionen Fahrgästen. Gleichzeitig nutzen immer mehr Menschen das Fahrrad für Wege in Berlin und dem Umland. Dabei wird das Rad immer häufiger auch mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, vor allem auf längeren Strecken, kombiniert. Der VBB hat im Auftrag der Länder Berlin und Brandenburg in den letzten Jahren auf die steigende Nachfrage nach Möglichkeiten der Fahrradmitnahme im Schienenpersonennahverkehr (SPNV) reagiert und vor allem im Ausflugs- und Saisonverkehr erhöhte Mitnahmekapazitäten geschaffen (z.B. durch die Einführung des Fahrradwagens auf den RegionalExpressLinien RE3/RE5 und zusätzlicher Fahrten). Weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Fahrradmitnahme in den Zügen werden derzeit im Pilotprojekt „Rad im Regio“ getestet.

Darüber hinaus werden flexible Angebote verlangt, die sowohl die Bedürfnisse der werktäglichen Pendler als auch der Fahrgäste im Wochenend-Freizeitverkehr abdecken. Dazu gehören neben den reinen Verkehrsleistungen unter anderem auch digitale Angebote der Fahrgastinformation, die Bereitstellung von Fahrradabstellplätzen am Bahnhof und die unkomplizierte Verknüpfung mit Fahrradverleihsystemen und weiteren Verkehrsmitteln.

Umweltstaatssekretär Christian Gaebler lobte die Möglichkeiten, die Berlin für die Verknüpfung der unterschiedlichen Verkehrsarten bietet: „Unser Ziel ist das intelligente Vernetzen der Mobilitätsformen in einer Fast-Vier-Millionen-Metropole. Wir werden die wachsende Stadt nur über einen starken Verbund von ÖPNV, Rad- und Fußverkehr bewältigen. Deswegen müssen wir die Rahmenbedingungen für ein komfortables und sicheres Miteinander stetig verbessern. Berlin muss sich nicht verstecken in Sachen Fahrradmitnahme in öffentlichen Verkehrsmitteln oder auch Fahrrad-Parken im Umfeld der Bahnhöfe. Jetzt kommt noch ein breit aufgestelltes Leihfahrradsystem hinzu.“

VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel siehtdie VBB im Dialog-Fachkonferenz als eine wertvolle Plattform für Diskussionen: „Wir bieten hier Möglichkeiten zum konstruktiven Austausch für die unterschiedlichen Interessensgruppen – angefangen von den Fahrgästen und Fahrradverbänden über Verkehrsunternehmen und privaten Dienstleistern bis hin zu politischen Entscheidern. Nur wenn wir gegenseitig die verschiedenen Bedürfnisse, Sachzwänge und Zielrichtungen verstehen und darüber miteinander ins Gespräch kommen, können wir voneinander lernen und gemeinsam Strategien entwickeln und Lösungen umsetzen.“

Pilotprojekt „Rad im Regio“

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) hatte im Mai 2016 gemeinsam mit DB Regio Nordost, der Ostdeutschen Eisenbahn (ODEG) und mit DB Station&Service das Pilotprojekt „Rad im Regio“ gestartet. Seitdem fahren auf den vier Pilotlinien der RegionalExpress-Linien RE2, RE3, RE4 und RE5 Züge, in denen die Mitnahme für Fahrräder erleichtert wurde. Um mehr Stellplätze zu schaffen, wurden zum Beispiel jeweils in den Mehrzweckabteilen des ersten und letzten Wagens die Klappsitze versperrt bzw. ausgebaut. Diese speziellen Wagen sind außen gut sichtbar mit großen Fahrradsymbolen gekennzeichnet und im Innenbereich deutlich mit Bodenmarkierungen versehen. Durch die bessere Verteilung der Fahrräder steht im Mehrzweckbereich des Mittelwagens mehr Platz für Fahrgäste mit Kinderwagen, Rollstühlen und Gepäck zur Verfügung.

Zusätzlich wurde die Fahrgastinformation zur Fahrradmitnahme auf den Bahnsteigen, im Internet und in der VBB-App Bus&Bahn ausgeweitet. Weitere Informationen und Bildmaterial zum Pilotprojekt „Rad im Regio“ finden Sie unter VBB.de/RadimRegio. Das Pilotprojekt wird von umfangreichen Evaluationsmaßnahmen begleitet. Erste Befragungen der Fahrgäste und die Auswertung von Praxistests, die mit verschiedenen Fahrgastgruppen durchgeführt wurden, zeigen positive Ergebnisse. Insgesamt werden die umgesetzten Maßnahmen als sehr hilfreich bewertet.

Gewünscht: Mehr Platz – bessere Lenkung – gutes Miteinander

Bei der repräsentativen Kundenbefragung sprach sich jeder -Dritte – unabhängig davon, ob er mit dem Fahrrad unterwegs war oder nicht – für mehr Platz zur Fahrradmitnahme in den Zügen aus, jeder Vierte wünschte sich separate Fahrradabteile und damit eine Trennung der Stellflächen für Fahrräder von denen für Kinderwagen, Rollstühlen und Gepäck. Fahrgäste mit Fahrrädern, wünschen sich mehr Fahrradabstellanlagen am Bahnhof und auch mehr Verständnis der anderen Fahrgäste.

In Praxistests mit unterschiedlichen Zielgruppen wurde das Pilotprojekt und die damit verbundene Aufmerksamkeit für die Thematik Fahrradmitnahme prinzipiell gelobt. Fahrradfahrer der Testgruppe fühlen sich als gleichwertig wahrgenommen und als Fahrgäste im Nahverkehr willkommen geheißen. Anhand der großen „Fahrrad“-Logos auf den Zügen konnten sie sich besser und schneller orientieren. Die Ausschilderung auf dem Testbahnhof Berlin Gesundbrunnen wurde als sehr hilfreich bewertet und sollte nach sollte nach Meinung der Testgruppen noch weiter ausgebaut werden.

Während des gesamten Projektes haben Fahrgäste die Möglichkeit, die einzelnen Maßnahmen zu bewerten, Verbesserungsvorschläge und ihre Meinung auf der VBB-Homepage abzugeben. Im September werden nochmals Fahrgäste und zudem Vertreter von Interessensverbänden und Mitarbeiter/innen der Verkehrsunternehmen zu ihren Erfahrungen mit den einzelnen Maßnahmen befragt. Abhängig von den Ergebnissen wird geprüft, ob und wie die Maßnahmen zur Verbesserung der Fahrradmitnahme erweitert werden können.

VBB im Dialog

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg führt regelmäßig Fachkonferenzen durch, in denen wichtige Fragen und Themen rund um den Öffentlichen Nahverkehr diskutiert werden. So lädt der VBB jedes Jahr zu den regionalen Fachkonferenzen "VBB im Dialog" in Berlin und in den fünf Planungsregionen des Landes Brandenburg ein.

Weitere Informationen zur „VBB im Dialog“ Fachveranstaltung Fahrrad und öffentlicher Nahverkehr in Berlin finden Sie auf unserer Homepage unter www.VBB.de/VBBimDialog-FahrradundNahverkehr .