Bahnverkehr + Regionalverkehr: Brandenburg: Symposium zum Verkehr zwischen Ostbrandenburg und Polen

http://www.lok-report.de/ Auf Einladung der IHK Ostbrandenburg diskutieren heute deutsche und polnische Experten in Frankfurt (Oder) über den aktuellen Stand des grenzüberschreitenden Verkehrs nach Polen. Nicht erst seit dem Beitritt Polens zur Europäischen Union im Jahr 2004 und der Einbeziehung in den Geltungsbereich des Schengen-Abkommens im Jahr 2007 sind Deutschland und Polen immer stärker miteinander verbunden und es ist ein stetig steigender grenzüberschreitender Austausch von Personen und Gütern zu beobachten. Die Landesnahverkehrsplanung ist Grundlage für die Abstimmung zwischen deutschen und polnischen Aufgabenträgern. Brandenburg bestellt ein dichtes Angebot zu den wichtigen Grenzbahnhöfen – Tantow zweistündlich, Angermünde halbstündlich, Kostrzyn stündlich, Frankfurt halbstündlich, Guben halbstündlich, Forst stündlich. • Berlin –Stettin: Der Staatsvertrag zum Ausbau der Eisenbahnstrecke Berlin – Stettin wurde am 20. Dezember 2012 unterzeichnet. Allerdings wird die Fertigstellung der Strecke auf deutscher Seite erst für das Jahr 2020 geplant. Sowohl das Land Brandenburg als auch die Wojewodschaft Westpommern haben ein deutliches Interesse an einem früheren Realisierungszeitpunkt. Die Verkaufszahlen des Berlin-Stettin-Tickets zeigen mit einem Anstieg von 15 Prozent im Jahr 2012 im Vergleich zum Jahr 2011 eine sehr positive Tendenz • Direktverbindung Gorzów-Berlin: Die Schienenverbindung Verbindung zwischen Berlin-Brandenburg und Gorzów, dem zweiten Hauptort der Wowjewodschaft Lebus/Lubuskie, gilt als dringend verbesserungswürdig. Derzeit stehen den 17 Brandenburger Zugleistungen von Küstrin nach Lichtenberg nur sieben Zugleistungen von Gorzów nach Küstrin gegenüber. Mit der Ausschreibung des Ostbrandenburg-Netzes haben Berlin und Brandenburg dafür Sorge getragen, dass ab Dezember 2015 auf der RB26 Fahrzeuge zum Einsatz kommen, die auch für das polnische Netz zugelassen sind. Die von den Aufgabenträgern in Polen eingeleitete Beschaffung weiterer gleichartiger Fahrzeuge erlaubt es dann, die Linie RB26 nach Gorzów zu verlängern. Damit haben die polnischen Aufgabenträger die Möglichkeit, mit der Beschaffung gleichartiger Fahrzeuge einen gemeinsamen durchgehenden Verkehr Berlin-Gorzow ohne Umsteigen in Küstrin aufzubauen. Je nach zu beschaffender Fahrzeuganzahl kann dies ein Zweistundentakt, ein Zweistundentakt mit zusätzlichen Fahrten oder sogar ein Stundentakt sein. • Grenzüberschreitender Stadtbus: Seit dem 9. Dezember 2012 können Reisende in der Grenzregion zwischen Frankfurt (Oder) und Słubice bequem den öffentlichen Personennahverkehr nutzen. Die jetzt eingerichtete Buslinie ist seitens des Brandenburger Verkehrsministeriums für den Zeitraum bis zum 30. September 2017 genehmigt. Die Linie ist mit RE 1 verknüpft, so dass sich auch attraktive Fahrzeiten von Berlin beziehungsweise Potsdam nach Słubice und zurück ergeben. Der Vertrag wurde zwischen der Frankfurter Stadtverkehrsgesellschaft (SVF) und der Stadt Słubice geschlossen. • KV-Terminal in Frankfurt (Oder): Das Brandenburger Infrastrukturministerium fördert seit 2012 den Ausbau des stadteigenen KV-Terminals mit 2,3 Millionen Euro. Davon sind 1,7 Millionen Euro (75 Prozent) Mittel der EU. Das Eisenbahnbundesamt beteiligt sich mit 7 Millionen Euro, wovon 5,7 Millionen Euro (80 Prozent) ebenfalls aus Fördertöpfen der Europäischen Union stammen. Mit einer Gesamtinvestitionssumme von insgesamt 9.360.000 Euro, zu dem das Unternehmen und so auch die Stadt einen Teil beiträgt, wird am KV-Terminal Frankfurt (Oder) die Umschlagfläche erweitert. Weiterhin können der Gatebereich und Gleisanlagen ausgebaut werden. In den Jahren von 1999 bis 2011 wurden im Terminal bereits 11,65 Millionen Euro investiert. Von Frankfurt aus gibt es regelmäßige Zugverbindungen von und nach Hamburg, Bremerhaven, Rotterdam, Gliwice, Kutno – insgesamt 36 Züge pro Woche. Neben den Terminals im Güterverkehrszentrum (GVZ) Großbeeren und im Werk BASF in Schwarzheide ist das Frankfurter Terminal eines der umschlagstabilsten in Brandenburg. Die TRANSWAGGON GmbH, mit Sitz in Hamburg nutzt ab Mai künftig den Bahnstandort Frankfurt (Oder) als Drehscheibe für den Wagenaustausch mit Polen. • Schiffbarkeit der Oder: Die Oder kann nur eingeschränkt durch Binnenschiffe wirtschaftlich genutzt werden. Im Bereich der Unteren Oder bietet die HoFriWa stabile Fahrwasserverhältnisse. Die HoFriWa wird nach den aktuellen Planungen nicht ausgebaut. Notwendig sind lediglich Ausbaggerungen an der Klützer Querfahrt auf polnischer Seite. Für das Land Brandenburg von prioritäter Bedeutung sind derzeit die Verbesserungen an der Havel-Oder-Wasserstraße mit dem Ersatzneubau des Schiffshebewerks Niederfinow Nord, das 2016 fertig gestellt werden soll, sowie Baumaßnahmen an der Spree-Oder-Wasserstraße mit dem noch zu klärenden Ersatzneubau der Schleuse Fürstenwalde. Damit 2-lagiger Containerverkehr zwischen Berlin und Szczecin stattfinden kann, werden die Eberswalder Brücke und die Klosterstraßenbrücke Niederfinow über die Havel-Oder-Wasserstraße angehoben. Der Ersatzneubau wird durch das Land mitfinanziert in Höhe von 5,8 Millionen Euro (Pressemeldung Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft, 16.05.13).

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