Bahnverkehr: Bahngipfel in Cottbus stellt Weichen für Zukunft Spitzen der Landesregierung und der Deutschen Bahn ziehen Bilanz und legen in Cottbus neue Ziele fest

http://www.deutschebahn.com/de/presse/pi_regional/3889614/bbmv20130506.html?start=0&itemsPerPage=20 Spitzen der Landesregierung und der Deutschen Bahn ziehen Bilanz und legen in Cottbus neue Ziele fest • Bis 2017 rund 1,3 Milliarden Euro für Brandenburgs Bahninfrastruktur • DB mit über 7.500 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber im Land (Cottbus, 6. Mai 2013) Milliardeninvestitionen in Brandenburgs Schienennetz und Bahnhöfe, komfortableres Reisen in neuen Zügen und Baufortschritte auf wichtigen Magistralen: Ministerpräsident Matthias Platzeck, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, Dr. Rüdiger Grube, und Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger haben heute beim Brandenburger Bahngipfel in Cottbus zugleich Bilanz gezogen und neue Ziele für die Zukunft abgesteckt. Ministerpräsident Platzeck betonte, dass der diesjährige Bahngipfel nicht ohne Grund in Cottbus stattfinde. „In Cottbus sind wir an einem Brennpunkt Brandenburger Interessen, auch was die Deutsche Bahn angeht.“ Ein wichtiges Ziel der Landesregierung sei es, die Lausitz zukunftsfest zu machen. Dazu gehöre eine gute Verkehrsinfrastruktur. Platzeck bezeichnete in diesem Zusammenhang die Verlässlichkeit der Verkehrsleistungen als das „A und O“. Und dies gelte für ganz Brandenburg. „Sehr viele Menschen sind als Berufspendler auf die Bahn angewiesen. Und diese Menschen dürfen wir weder im Regen noch auf dem Abstellgleis stehen lassen.“ Deshalb gilt nach Worten Platzecks das Augenmerk des Landes als Besteller der Fahrleistungen der Kundenzufriedenheit: „Wenn die Kunden zufrieden sind, mit Fahrzeiten, Verbindungen und Service – dann sind auch wir zufrieden.“ Dr. Rüdiger Grube: „Die Deutsche Bahn setzt ihr Engagement in Brandenburg konsequent fort. Wir investieren bis Ende 2017 rund 1,3 Milliarden Euro in die Infrastruktur, davon dieses Jahr etwa 270 Millionen. Damit erhöhen wir die Leistungsfähigkeit des Schienennetzes weiter, was den Bürgern und Unternehmen gleichermaßen zugute kommt. Wir stehen zum Standort Brandenburg!“ Infrastrukturminister Vogelsänger betonte: „Die Bahn bleibt ein wichtiger Partner im Regionalverkehr und ein großer Arbeitgeber in Brandenburg. Neben dem begrüßenswerten Engagement der Bahn bei den Fernverkehrsstrecken braucht das Land aber auch dringend Investitionen in die Infrastruktur für den Regionalverkehr. Wir können den Regionalverkehr deutlich attraktiver machen, wenn die Bahn zum Beispiel in die Stationen in Cottbus, Velten, Potsdam Pirschheide und Griebnitzsee, Erkner und Senftenberg investiert. Eine Brücke über die Wetzlarer Bahn bei Seddin oder der Ausbau der Kremmener Bahn sind ebenso notwendig wie ein drittes Regionalbahngleis an der Hamburger Bahn oder die Elektrifizierung und der zweigleisige Ausbau der Ostbahn. Um den Regionalverkehr zu stärken, haben wir auch den zweigleisigen Ausbau des Gleisabschnitts zwischen Lübbenau und Cottbus für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet.“ Die Deutsche Bahn beschäftigt in Brandenburg 7.520 Mitarbeiter und ist damit einer der größten Arbeitgeber. Sie bildet 280 junge Menschen in attraktiven und zukunftsorientierten Ausbildungsberufen aus – 72 mehr als im Vorjahr. Mit einem externen Auftragsvolumen von fast einer Milliarde Euro im vergangenen Jahr ist die Bahn zudem Garant für tausende weitere Arbeitsplätze bei regionalen Zulieferern und Dienstleistern. Der Cottbuser Bürgermeister Holger Kelch bekräftigte: „Im historisch gewachsenen Verkehrsknotenpunkt Cottbus war und ist die Eisenbahn ein großer Arbeitgeber. Das Fahrzeuginstandhaltungswerk Cottbus gehört in unserer Stadt zu den strukturbestimmenden Firmen.“ Aktuell wichtige Projekte: Das wichtigste Projekt im Norden, der Ausbau der Strecke zwischen Berlin und Rostock für Geschwindigkeiten von bis zu 160 km/h, steht kurz vor dem Abschluss. Ab 9. Juni fahren die Züge wieder durchgehend zwischen den beiden Städten, zunächst eingleisig, ab Dezember 2013 dann wieder zweigleisig. Zwischen Berlin und Dresden soll sich die Fahrzeit im Fernverkehr ab 2019 um fast eine halbe Stunde auf dann etwa 100 Minuten verringern. Während des Streckenausbaus auf Geschwindigkeiten von bis zu 200 km/h müssen die Gleise im Abschnitt Wünsdorf–Elsterwerda gesperrt werden. Der Teminplan ist anspruchsvoll und hängt vom Planrechtsverfahren ab. Im Land Brandenburg müssen zum Beispiel 21 Bahnübergänge beseitigt werden, die bei der zukünftigen Geschwindigkeit nicht mehr zulässig sind. Im Dezember des vergangenen Jahres vereinbarten die Regierungen Deutschlands und Polens, die Strecke Angermünde–Stettin etappenweise auszubauen. Vorgesehen ist, den Abschnitt Passow–Grenze zweigleisig auszubauen und zu elektrifizieren, die Leit- und Sicherungstechnik zu modernisieren und die Streckengeschwindigkeit auf bis zu 160 km/h anzuheben. Ziel ist, dass nach Abschluss aller Maßnahmen Reisende zwischen beiden Städten weniger als 90 Minuten unterwegs sind. Die Deutsche Bahn investiert dieses Jahr insgesamt 29 Millionen Euro in Brandenburger Bahnhöfe. 7,7 Millionen Euro davon stellt die Bundesregierung bereit, um die Modernisierung von neun zusätzlichen kleinen und mittleren Stationen zu beschleunigen. Das bis 2017 größte Bahnhofsprojekt ist mit 23 Millionen Euro der Umbau des Cottbusser Hauptbahnhofs. Reisende kommen zukünftig bequem und schnell über neue Bahnsteige und Aufzüge zum Zug. Zudem soll der Personentunnel vom Empfangsgebäude zur Stadt verlängert werden, um die Wege weiter zu verkürzen. Bürgermeister Kelch kündigte an, dass Cottbus bis 2015 den Hauptbahnhof mit seinem Vorplatz weiter zur zentralen Visitenkarte für die Gäste von Cottbus ausbauen will. Hier soll sich der gesamte städtische sowie Nah- und Fernverkehr bündeln, um optimale und barrierefreie Angebote für die Fahrgäste zu erreichen. Im Regionalverkehr kommen seit dem letzten Jahr zahlreiche neue Elektrotriebzüge vom Typ Talent 2 zum Einsatz und haben die alten Dostos aus der Reichsbahnzeit ersetzt. Insgesamt fahren zurzeit 54 elektrische Triebwagen in Brandenburg. Im Sommer kommen acht weitere für das Netz Elbe/Elster dazu. DB Schenker Rail hat im vergangenen Jahr mit 1.000 Mitarbeitern in gesamtwirtschaftlich schwierigem Umfeld rund 17 Millionen Tonnen Güter transportiert. Die 2010 eingeführte Zugverbindung nach Schlesien wurde von ein bis zwei auf vier Züge pro Woche und Richtung beständig ausgeweitet. Dies sichert auch Arbeitsplätze in Seddin und Senftenberg. Für den Einsatz im grenzüberschreitenden Verkehr werden elf Lokomotiven umgerüstet, 23 Neufahrzeuge verbessern die Wettbewerbsfähigkeit der Deutschen Bahn in Polen. In Brandenburg steht die Erneuerung der Gleisbremstechnik im Rangierbahnhof Seddin im Mittelpunkt. Das 47-Millionen-Euro-Projekt soll Ende 2014 abgeschlossen sein. Gleichzeitig blickten die Teilnehmer auch auf eine erfolgreiche Arbeit zwischen den Bahngipfeln zurück. So wurden bis heute alle bisher noch nicht ausgerüsteten Bahnstrecken im Land freiwillig mit automatischen Bremssystemen (PZB) nachgerüstet. Auch das Thema Nachhaltigkeit in Brandenburg spielte eine Rolle. In Wittenberge ging die bislang leistungsstärkste Photovoltaik-Anlage auf einer Fläche der Deutschen Bahn an das Netz und in Guben wurden auf rund fünf Hektar schnell wachsende Gehölze auf einem ehemaligen Bahnbetriebswerkgelände für die Energieerzeugung angepflanzt. Daneben bezieht DB Energie aus zwei Brandenburger Windparks (Märkisch Linden und Hoher Fläming) insgesamt 74 Gigawattstunden erneuerbarer Energie pro Jahr. Auch an dem weltweit ersten Wasserstoff-Hybridkraftwerk in Prenzlau ist die Deutsche Bahn beteiligt. Herausgeber: Deutsche Bahn AG Potsdamer Platz 2, 10785 Berlin, Deutschland Verantwortlich für den Inhalt: Leiter Kommunikation Oliver Schumacher

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