Regionalverkehr: Brandenburg: Vergabe Netz Nordwestbrandenburg

http://www.lok-report.de/ Brandenburg und Berlin machen den letzten großen Schritt beim Wettbewerb im Regionalverkehr auf der Schiene: Mit der Veröffentlichung im EU-Amtsblatt hat der Verkehrsverbund Berlin Brandenburg (VBB) die Ausschreibung des „Netzes Nordwestbrandenburg“ auf den Weg gebracht. Die Länder haben damit 99 Prozent des Regionalverkehrs in den Wettbewerb gebracht. Brandenburgs Verkehrsminister Jörg Vogelsänger: „Brandenburg verfolgt seit Jahren die Strategie, schrittweise alle Schienenverkehrsleistungen im Wettbewerb zu vergeben. Mit dem Netz Nordwestbrandenburg wird die vorerst letzte Etappe zum Ziel des vollständigen Wettbewerbs im Schienenpersonennahverkehr erreicht. Für die Neuvergabe stehen jetzt nur noch einzelne, kleinere Linien an, die aus unseren Nachbarländern ins VBB-Gebiet hineinreichen. Konsequent durchgeführte und vor allem EU-rechtskonforme Wettbewerbsverfahren helfen uns, auch bei steigenden Kosten ein gutes Mobilitätsangebot für die Region sichern. Ausschreibungen führen immer dazu, dass die Verkehrsunternehmen noch mehr in Sachen Service und Qualität miteinander konkurrieren, was ebenfalls im Sinne der Fahrgäste ist. Neu ist im aktuellen Verfahren ist, dass die Bieter einen Betriebsübergang gewährleisten müssen und sich an den geforderten Mindestlohn halten müssen.“ Berlins Senator für Stadtentwicklung und Umwelt Michael Müller: „Der „Prignitz-Express“ (RE 6) hat auch für Berlinerinnen und Berliner seine Bedeutung, obwohl der Berliner Streckenanteil relativ klein ist. Für Pendler aber auch für Ausflügler z.B. in die schöne Fontanestadt Neuruppin soll der Prignitz-Express auch zukünftig eine attraktive und umweltfreundliche Verkehrsverbindung bieten. Die beiden Länder Berlin und Brandenburg arbeiten im Übrigen daran, dass dies zukünftig auf direktem Wege von Berlin-Gesundbrunnen über Tegel und Hennigsdorf möglich sein wird.“ Vom Gesamtvolumen in Höhe von 2,4 Millionen Zugkilometer pro Jahr entfallen etwa zehn Prozent auf die Bundeshauptstadt und 90 Prozent auf Brandenburg. Die Vertragslaufzeit beträgt zwölf Jahre mit Betriebsbeginn im Dezember 2015. Das künftige „Netz Nordwestbrandenburg“ umfasst die Regionalstrecken: RE 6 Berlin-Spandau – Neuruppin – Wittenberge RB 55 Hennigsdorf – Kremmen Zwischen Hennigsdorf und Velten ist zu den Hauptverkehrszeiten eine Taktverdichtung vorgesehen, um in Hennigsdorf von jeder S-Bahn einen Anschluss Richtung Velten anbieten zu können. Mit dieser Ausschreibung wird der letzte Teil der Verkehrsleistungen ausgeschrieben, die bisher in einem langjährigen, bis Ende 2012 gültigen Pauschalvertrag gebunden waren. Die Länder Brandenburg und Berlin haben schon seit vielen Jahren positive Erfahrungen mit Wettbewerbsverfahren im Schienenpersonennahverkehr (SPNV). Fast alle Vergaben führten bisher ohne Vergabenachprüfungen zu einem rechtmäßigen Zuschlag (Pressemeldung VBB, 14.12.12).

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