Regionalverkehr: RE 2-Halt in Falkensee gefährdet?

http://www.lok-report.de/ Was für absurde Stilblüten die Brandenburger Verkehrspolitik inzwischen hervorbringt, zeigt ein Zeitungsbericht der Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 20. November 2012. Demnach kann es passieren, dass der Halt in Falkensee oder einer anderen Station im Havelland ausgelassen wird. Die Fahrzeit von Wismar nach Cottbus reiche nicht aus. Wie bitte? Auf der Linie RE 2 kommen ab Mitte Dezember 2012 noch nicht die neuen Triebzüge zum Einsatz. So müssen die alten (bisherigen) Züge erst einmal weiter fahren. Und die älteren Lokomtiven könnten die geplanten Fahrzeiten nicht einhalten und geplante Anschlüsse nicht erreichen. Deshalb muss, durch das Auslassen eines oder mehrere Halte, Fahrzeit „gewonnen“ werden. Die Züge im Havelland nutzen täglich im Durchschnitt über 13.000 Fahrgäste, viele von ihnen haben Falkensee als Start- oder Zielpunkt. Der RE 2 fährt von Wismar nach Cottbus über 360 Kilometer. Der Fahrplan scheint so ausgequetscht zu sein, dass eine Fahrzeitreserve von fünf Minuten nicht vorhanden ist. Werden in den Zeitvorgaben an die Verkehrsunternehmen keine zusätzlichen Reserven berücksichtigt? Durch das Einfügen von wenigen Minuten Fahrzeitreserve bei fast allen Linien lassen sich Verspätungen ausgleichen. Fahrzeiten werden kalkulierbarer, unsichere Anschlüsse sicherer und Wartezeiten werden verkürzt. Warum wird das nicht gemacht? Es stellt sich die Frage, für wen die Züge unterwegs sind. Eine Verbesserung der im Berufsverkehr teilweise katastrophalen Zustände in den Havelland-Zügen ist nicht zu erwarten. Für Angebotsausweitungen ist angeblich kein Geld da, für Halte reicht die Fahrzeit nicht aus? Nach der generellen Ablehnung der S-Bahn-Verlängerung von Spandau nach Falkensee durch das Brandenburger Verkehrsministerium sollte man eigentlich meinen, dass es von dort andere Vorschläge gäbe, auf die Nachfrage durch ein entsprechendes Angebot zu reagieren. Aber davon keine Spur. Wichtig scheint nur zu sein, dass keine S-Bahn von Spandau nach Falkensee fährt. Die Nutzen-Kosten-Untersuchung aus dem Jahr 2008 zeigte den enormen Bedarf auf, im Havelland endlich das Zugangebot zu verbessern – sie schloss mit einem Wert von 1,7 (jeder für Verkehrsbestellungen eingesetzte Euro hätte einen Nutzen von 1,70 Euro). Leider ist das Land Brandenburg nicht bereit, ein der Nachfrage entsprechendes Angebot zu finanzieren – egal ob Regional- oder S-Bahn-Züge. Der DBV spricht sich gegen das Auslassen von wichtigen Halten, egal aus welchen Gründen aus. Selbstverständlich müssen alle RE 2 mindestens an den bisherigen Stationen halten. Reicht die Fahrzeit nicht, müssen mehr Züge eingesetzt werden (Pressemeldung Deutscher Bahnkunden-Verband Landesverband Berlin-Brandenburg, 22.11.12).

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