Bahnverkehr + Regionalverkehr: Platzeck und Grube für starke Bahn in Brandenburg, Spitzen der Landesregierung und der Deutschen Bahn stecken in Potsdam neue Ziele ab • Bis 2015 rund 1,5 Milliarden Euro für Brandenburgs Bahninfrastruktur • DB mit rund 7.500 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber im Land

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(Potsdam, 1. November 2011) Brandenburgs Ministerpräsident Matthias

Platzeck hat sich bei einem Treffen mit dem Vorstandsvorsitzenden der

Deutschen Bahn, Dr. Rüdiger Grube, Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger

sowie den DB-Vorständen Ulrich Homburg und Dr. Volker Kefer erneut für eine

starke Eisenbahn und den stetigen Ausbau ihrer Infrastruktur im Land

Brandenburg ausgesprochen.

Ministerpräsident Platzeck sagte: „Ich begrüße, dass die Bahn weiter in

Brandenburg und Berlin investiert. Investitionen in die

Schieneninfrastruktur sind gut angelegtes Geld. Auf modernen Strecken sind

Züge pünktlicher, schneller, zuverlässiger und sicherer. Das macht den

Eisenbahnverkehr für die Fahrgäste attraktiver und holt den Verkehr ein

Stück weit weg von der Straße. Wenn gebaut wird, müssen Einschränkungen für

die Fahrgäste so gering wie möglich gehalten werden. Um das Vertrauen der

Fahrgäste zu sichern und verlorenes Vertrauen der S-Bahn-Kunden

zurückzugewinnen, muss bei den Arbeiten an der Strecke Potsdam-Berlin alles

getan werden, um die Ausweichvarianten so sicher und zuverlässig wie

möglich zu machen. Auch die Verbindung zum neuen Flughafen Berlin

Brandenburg braucht noch weitere Investitionen für die Dresdner Bahn, um

schneller am Airport zu sein.“

Dr. Rüdiger Grube: „Die Deutsche Bahn ist für Brandenburg ein Motor, der

auch in Zukunft die Entwicklung des Landes ganz wesentlich antreiben wird.

1,5 Milliarden Euro investieren wir hier in den nächsten fünf Jahren allein

in die Eisenbahninfrastruktur und mit 7.500 Mitarbeitern sind wir einer der

größten Arbeitgeber. Dieser hohen Verantwortung sind wir uns bewusst. Dies

gilt auch für die Zukunft!“

Infrastrukturminister Vogelsänger betonte: „Brandenburg braucht weitere

Investitionen in die Schiene. Das betrifft die Regionalisierungsmittel

ebenso wie die Bundesmittel für Neubauinvestitionen und die notwendige

Neuauflage des Entflechtungsgesetzes. Die Fahrgäste wollen vor allem

pünktliche Züge. Jetzt steht der Winter vor der Tür und wir erwarten, dass

Bahn und S-Bahn gut vorbereitet sind. Nicht zufrieden ist das Land

Brandenburg nach wie vor mit dem Zustand der Schienenverbindungen in

Richtung unserer östlichen Nachbarn. Das ist umso bedauerlicher, weil viele

Fans aus Deutschland sicher im kommenden Jahr die Fußball-EM in Polen und

der Ukraine besuchen wollen.“ Ministerpräsident Platzeck wird die Fragen

des Schienenverkehrs zwischen Deutschland und Polen auch Ende November bei

seinem Besuch in Warschau mit der neuen polnischen Regierung erörtern. „Es

ist im erheblichen Interesse der Bürgerinnen und Bürger, dass der

Ankündigung Berlins und Warschaus, die grenzüberschreitende

Verkehrsinfrastruktur zu verbessern, nun auch Taten folgen“, so Platzeck.

Mit rund 7.500 Mitarbeitern zählt die Bahn in Brandenburg zu den größten

Arbeitgebern. Sie bildet 208 junge Menschen in zukunftsorientierten und

attraktiven Ausbildungsberufen aus und sichert durch Aufträge von 800

Millionen Euro (2010) bei den regionalen Unternehmen der Dienstleistungs-

und Zulieferindustrie tausende weitere Arbeitsplätze.

Fakten zu den besprochenen Themen:

Auf Grundlage der Netzkonzeption 2030 wird die DB Netz AG dem Bund

Vorschläge zur langfristigen Schaffung einer marktgerechten Infrastruktur

machen. Im Fokus stehen unter anderem der Ausbau von durchgängigen

Verkehrskorridoren und das stärkere Einbinden von Knoten- und Terminals.

Ein weiterer Punkt war das Konjunkturprogramm des Bundes, das erfolgreich

umgesetzt wurde. Mit bisher rund 150 Millionen Euro wurden Schienenprojekte

beschleunigt, zum Beispiel der Streckenausbau zwischen Königs Wusterhausen

und Lübbenau, der Anschluss des neuen Flughafens Berlin Brandenburg oder

der Bau des Elektronischen Stellwerks (ESTW) Doberlug-Kirchhain. Eine Reihe

kleinerer Maßnahmen im Regionalnetz werden die Pünktlichkeit erhöhen.

In einem Sonderprogramm Bahnhöfe wurde die Kundeninformation bei 118

Stationen verbessert, 23 kleinere Stationen wurden ertüchtigt, zwei

Empfangsgebäude energetisch saniert, 18 Bahnhöfe wurden durch

Blindenleitsysteme und/oder moderne Beleuchtung sicherer. Zwölf Stationen

erhielten wettergeschützte Wartebereiche. Bei drei weiteren ist der Zugang

zum Bahnsteig nun barrierefrei.

Zur Sicherheit des Bahnverkehrs in Brandenburg wurde festgestellt, dass bis

2012 die letzten 32 Betriebsstellen mit dem Zugsicherungssystem PZB

ausgerüstet sein werden.

Streckenertüchtigung Berlin–Rostock auf 160 km/h

66 Kilometer der Strecke sind bereits fertig gestellt. Etwa 40 Kilometer

werden derzeit umgebaut und 2012/2013 in Betrieb gehen. Bei vorliegendem

Planrecht bis Februar 2012 ist vorgesehen, vom 10. September 2012 bis 26.

April 2013 die Abschnitte Nassenheide–Löwenberg, Fürstenberg–Neustrelitz

und Waren–Lalendorf bei Sperrung beider Gleise zu erneuern. Bis 2013 soll

für Fernverkehrszüge zwischen Berlin und Rostock eine Reisezeit unter zwei

Stunden erreicht werden.

Ausbaustrecke (ABS) Berlin–Görlitz

Mit der Streckengeschwindigkeit von weitgehend 160 km/h zwischen Cottbus

und Königs Wusterhausen verkürzt sich ab Fahrplanwechsel im Dezember die

Reisezeit im IC zwischen Berlin und Cottbus um 18 Minuten auf 68 Minuten.

ABS Berlin–Dresden

Mit dem Ausbau der Strecke für Geschwindigkeiten bis zu 200 km/h verkürzt

sich die Reisezeit, zum Beispiel von Berlin nach Prag um eine Stunde und 40

Minuten auf etwa drei Stunden. Dafür ist als nächstes geplant, 2015 beide

Streckengleise im Abschnitt Wünsdorf und Elsterwerda zu sperren. Während

der Gleiserneuerung werden dort auch 20 Bahnübergänge durch Straßen- oder

Eisenbahnüberführungen ersetzt.

ABS Berlin–Frankfurt (Oder)–Grenze Deutschland/Polen

Die Geschwindigkeit ist bereits weitgehend auf 160 km/h und die Achslast

auf 25 Tonnen angehoben worden. Für den Projektabschnitt Berlin

Ostbahnhof–Erkner laufen noch die Planungen.

Dr. Rüdiger Grube ging auf die aktuellen und geplanten Verkehrsangebote im

Regional-, Fern- und Güterverkehr ein und stellte wesentliche Veränderungen

vor. Insgesamt waren 2010 mit fast 43 Millionen erneut mehr Reisende mit

der Deutschen Bahn im Land Brandenburg unterwegs. Ab Juni 2012, nach

Eröffnung des neuen Flughafens Berlin Brandenburg, werden neben der S-Bahn

(alle zehn Minuten) und den viertelstündlich fahrenden Nahverkehrszügen

zunächst neun Fernverkehrszüge im Flughafen halten. Dies sind einzelne

ICE-Züge der Linie 10 Berlin–Hannover–Ruhrgebiet, einzelne IC-Züge der

Linie 77 Berlin–Münster–Amsterdam und der EC 249 der Linie

Hamburg–Lüneburg–Berlin–Cottbus–Südpolen. Bei guter Akzeptanz kann dieses

Einstiegsangebot des Fernverkehrs erweitert werden.

Ministerpräsident Platzeck unterstrich die Bedeutung des Schienenverkehrs

im Land Brandenburg. Mit Sorge verwies er auf den Rückgang des

Fernverkehrs-angebotes in der Region. Dies könne durch den Regionalverkehr

nur unzureichend ersetzt werden.

Auch im nächsten Jahr wird das ICE-Angebot zwischen Berlin und

Stralsund/Binz getestet. Die Fahrzeit des saisonalen IC Köln–Usedom/Rügen

verkürzt sich um eine Stunde, da dieser Zug neu über Berlin geleitet wird.

Dadurch können Reisende aus Prenzlau, Angermünde, Bernau und Eberswalde an

Wochenenden im Sommer ohne Umsteigen nach Hannover und weiter Richtung Köln

reisen. Zusätzlich kommen Brandenburger sonnabends bequem nach Usedom und

Rügen. Nach dem Streckenausbau Königs Wusterhausen–Lübbenau verkürzt sich

die Fahrzeit des EC Wawel von Cottbus nach Hamburg um 32 Minuten. In der

Gegenrichtung sind es sechs Minuten.

DB Schenker investiert in das Güterverkehrszentrum Großbeeren. Für neun

Millionen Euro werden auf 22.500 Quadratmetern eine Halle mit 49

Verladetoren und ein Bürotrakt mit rund 1.300 Quadratmetern gebaut. Rund 40

Arbeitsplätze sind zunächst vorgesehen.

DB Energie bezieht von insgesamt 25 Windrädern in Märkisch-Linden und

Treuenbrietzen Strom. Rund 74 Gigawattstunden Strom werden jährlich

produziert, genug um eine Stadt mit 50.000 Haushalten mit Strom zu

versorgen. Das bedeutet auch 40.000 Tonnen weniger Kohlendioxid.

Seit Oktober dieses Jahres arbeitet in Prenzlau das weltweit erste

Wasserstoff-Hybridkraftwerk. Ziel ist, die sichere und nachhaltige

Energieversorgung und Energiespeicherung mit einem Mix aus rein

Erneuerbaren Energiequellen im Praxistest nachzuweisen. Das

Wasserstoff-Hybridkraftwerk vereinigt erstmals die Energiequellen Wind,

Wasserstoff und Biogas zu einem Verbund. Der Strom kann nachfragegerecht

bereitgestellt werden, Wasserstoff sorgt an Zapfsäulen für CO2-freie

Mobilität in der Hauptstadt. Das 21-Millionen-Euro-Projekt von ENERTRAG AG,

TOTAL Deutschland GmbH, Vattenfall und Deutsche Bahn wird durch das Land

Brandenburg und das Bundesverkehrsministerium gefördert.

Die Innovationsplattform „Eco Rail Innovation (ERI)“ verfolgt die Vision

des emissionsfreien Transports im System Bahn. Die DB und zwölf weitere

namhafte Unternehmen der Bahnindustrie, Partner aus dem Bereich erneuerbare

Energien sowie Forschungsinstitute haben sich unter der Schirmherrschaft

des Bundesministeriums für Bildung und Forschung zusammengeschlossen, um

die technologische und wissenschaftliche Führungsrolle auszubauen und

innovative Technologien zu entwickeln.

Herausgeber: DB Mobility Logistics AG

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