S-Bahn + U-Bahn + Straßenbahn + Bus + Regionalverkehr: Berlin: Jahresbericht 2009 zur Qualität im ÖPNV

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Besonders die Ausfälle bei der S-Bahn, aber auch Einschränkungen bei den
Bus- und Straßenbahn-verkehren haben in den letzten Jahren das Bild vom
zuverlässigen Berliner öffentlichen Personennah-verkehr beschädigt. Die
Qualitäts- und Leistungskennziffern der S-Bahn werden regelmäßig durch den
VBB bekannt gegeben. Wie es um die Qualität des gesamten anderen ÖPNV im
Land Berlin bestellt ist, kann jeder Interessierte ab sofort detailliert
nachlesen. Unter dem Motto „Mehr Transparenz im ÖPNV“ veröffentlicht die
Senatsverwaltung für Stadtentwicklung künftig regelmäßig Daten zur Qualität
bei U-Bahn, Straßenbahn, Bus und Fähre.
Senatorin Ingeborg Junge-Reyer: „Jedes Jahr nutzen über 900 Millionen
Menschen die U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse der BVG. Die BVG leistet so
einen zentralen Beitrag für die Mobilität in Berlin. Während der
S-Bahn-Krise hat sie sogar noch mehr Fahrgäste transportiert und ihre
Leistungsfähigkeit eindrucksvoll demonstriert. Da die BVG ein
Landesunternehmen ist und aus Landesmitteln finanziert wird, sollen die
Berlinerinnen und Berliner erfahren, wofür das Land Berlin sein Geld
ausgibt, und was sie als Kunden dafür bekommen. Es geht uns nicht alleine
um die Darstellung von Erfolgen; wir wollen objektiv Bericht erstatten und
auch aufzeigen, wo Land und Unternehmen noch besser werden können.“
Der Verkehrsvertrag zwischen dem Land Berlin und der BVG beinhaltet
Vorgaben zu Leistung und Qualität bei Straßenbahn, U-Bahn und Bus. Um die
Einhaltung der Vorgaben zu belegen, werden regelmäßig die erforderlichen
Daten erhoben und ausgewertet. Zukünftig sollen diese Daten auch dazu
genutzt werden, der Öffentlichkeit ein objektives Bild zum Stand und den
Entwicklungen im Berliner ÖPNV zu vermitteln.
Bei der Umsetzung des Verkehrsvertrags wird das Land Berlin durch das
Center Nahverkehr Berlin unterstützt. Dort werden die von der BVG
gelieferten Daten regelmäßig geprüft und ausgewertet. Die daraus
entstehenden Qualitätsberichte dienen der Senatsverwaltung für
Stadtentwicklung als wichtige Arbeitsgrundlage.
Die Jahresberichte des Qualitätscontrollings finden Sie auf den
Internetseiten der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung oder auch auf der
Homepage des CNB unter www.cnb-online.de.
Es ist das Ziel des Senats, den ÖPNV noch attraktiver und noch
leistungsfähiger zu machen. Ab dem zum 1. Mai 2011 anstehenden
Fahrplanwechsel hat das Land mehr Leistung bei der U-Bahn am Wochenende
bestellt. Damit werden nun fast alle U-Bahnlinien sonntags zwischen 12 und
19 Uhr nicht mehr im 10-, sondern im 5-Minutentakt befahren.
Senatorin Junge-Reyer: „Gesellschaftlicher Wandel verändert die
Mobilitätsansprüche der Berlinerinnen und Berliner. Auf diese Entwicklungen
muss auch der ÖPNV reagieren. Bereits in der Vergangenheit haben wir
festgestellt, dass sich die Nachfrage im ÖPNV aufgrund veränderter Arbeits-
und Ladenöffnungszeiten insbesondere in den Abendstunden und am Wochenende
erhöht hat. Daher hat das Land schon im Jahr 2009 mit zusätzlichen
Bestellungen Taktverdichtungen in den Abendstunden und am Samstag
ermöglicht. Die Erfolge dieser Anpassungen an die Kundenwünsche sind
offensichtlich. Immer weniger Bürgerinnen und Bürger nutzen das Auto, um in
die Innenstadt zu kommen. Die Berlinerinnen und Berliner nehmen unser
Angebot im Nahverkehr an und steigen um. Mit der nun anstehenden
Taktverdichtung am Sonntag gehen wir gezielt auf die Bedürfnisse der
Fahrgäste ein, die auch am Sonntag schnell und bequem mit den öffentlichen
Verkehrsmitteln mobil sein wollen. Wir passen die Mobilitätsstruktur der
Stadt immer mehr an die Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger an. Der
abnehmende Individualverkehr erhöht die Lebensqualität für diejenigen, die
in der Stadt leben und ohne Auto in die Stadt zu kommen wird immer
einfacher. Für beide Seiten ist das ein echter Gewinn.“
Von der Taktverdichtung profitieren zudem nicht nur die Fahrgäste, die
direkt am U-Bahnnetz wohnen. Da für die meisten Wege die öffentlichen
Verkehrsmittel kombiniert genutzt werden, heißt ein dichterer Takt auch
kürzere Umsteigezeiten und insgesamt kürzere Reisezeiten. Dies trägt zu
einer flächendeckenden Erhöhung der Attraktivität des ÖPNV bei, auch und
vor allem im Vergleich mit dem Pkw.
Finanziert werden die Taktverdichtungen über Umbestellungen und Verlagerung
von wenig oder gar nicht nachgefragten Angeboten, z.B. im Frühverkehr,
sowie aus Rückflüssen aus dem BVG-Vertrag.
Folgende Linien werden taktverdichtet: U 1; U 2 von Pankow bis
Theodor-Heuss-Platz; U 5 von Alexanderplatz bis Kaulsdorf Nord; U 6; U 7; U
8 von Hermannstraße bis Osloer Straße. Die U 9 fährt heute bereits im 5
Minuten-Takt und wird zeitlich angepasst (Pressemeldung Senatsverwaltung
für Stadtentwicklung, 29.04.11).

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