S-Bahn: Sehnsucht nach dem Hin- und Herfahren

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BERLIN. Am Berliner Hauptbahnhof hängt ein Großplakat der DB-Schenker AG,
der Konzerntochter der Deutschen Bahn AG, die weltweit im Frachtverkehr
unterwegs ist. Zwei Männer mit Rollkoffer rumpeln über die Eisbuckelpiste,
die sich Bürgersteig nennt, und schauen auf das Plakat. Zu lesen ist: „Wir
machen aus ihrer Hofausfahrt ein Tor zur Welt!“ „Genau“, sagt der eine,
offensichtlich ein Einheimischer, „ihr macht aus ganz Berlin eine
Hofausfahrt.“ – „Nur Container rumfahren, das könnse“, mault der andere
Koffermann.
Wahrscheinlich haben die Koffermänner versucht, S-Bahn zu fahren.
Wahrscheinlich sind sie mit diesem Versuch gescheitert. Und wahrscheinlich
mussten sie wie Hunderttausende andere erkennen, dass die Deutsche Bahn sie
als Kollateralschäden der Expansionsstrategie betrachtet, die der einstige
Bahnchef Mehdorn seit dem Beginn der Neunzigerjahre propagiert hat. Da war
die Bahn noch voll auf Börsenkurs, um sich im weltweiten …

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