Bahnverkehr + Regionalverkehr: Zugverkehr an die Ostsee muss endlich besser werden

http://lok-report.de/

Ab Dezember 2010 wird es noch weniger Fernverkehrszüge an die Ostsee geben. Die beliebten IC-Züge von Berlin nach Stralsund werden bis auf einzelne Züge ersatzlos gestrichen. Über viele Jahre hinweg wurde offenbar ganz bewusst das Angebot immer weiter verschlechtert. Wieso fahren die angeblich unwirtschaftlichen Intercityzüge im Minutenabstand den Regionalexpresszüge von Berlin an die Ostsee hinterher? Hier wäre etwas mehr Kreativität gefordert. Auch die angebliche Auslastung von maximal 30 Prozent bezieht sich sicherlich auf den längsten Laufweg der Züge und nicht auf die Verbindung zwischen Berlin und Stralsund.
Der weitere Rückzug des Fernverkehrs auf der Schiene wird vom DBV auch als Chance gesehen, grundsätzliche Fehler der Vergangenheit aufzuarbeiten. Andere Bundesländer machen es bereits vor und bestellen auf typischen Verbindungen, die dem Fernverkehr zuzurechnen sind, andere Züge. Leider weigern sich Brandenburg und Berlin bisher zu einer solchen Veränderung.
In Norddeutschland gibt es den „Metronom“, der seit 2002 die damals eingestellten Interregio-Verbindungen ersetzt. Hier kommen Wagen zum Einsatz, die mehr Bequemlichkeit und Komfort bieten, als die reinen Nahverkehrszüge.
Nur in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen fahren Züge, die nicht genügend Platz zum Abstellen von Gepäck, Fahrrädern und Kinderwagen bieten. Und dies, obwohl seit vielen Jahren mit großer Regelmäßigkeit in den Sommermonaten das Bahnfahren in den Zügen der Linien RE 3 und 5 – den Linien von Berlin an die Ostsee – eine Qual ist.
Bahnfahren im 21. Jahrhundert müsste eigentlich anders aussehen! Wenn die beteiligten Bundesländer sich zu einer Korrektur ihrer Bestellungen für diese Verkehre durchringen könnten, hätte angenehmes und erholsames Bahnfahren endlich wieder eine Chance.
Wie wenig die heutigen Fahrzeuge dem Ansturm in den Sommermonaten gewachsen sind, lässt sich durch die häufigen Verspätungen erahnen, die sich im Raum Berlin auf regelmäßig 10 bis 20 Minuten summieren. Auch der Hinweis des Zugpersonals, dass wegen „des erhöhten Fahrgastaufkommens unser Zug eine Verspätung von zur Zeit … Minuten habe“ lässt dringenden Handlungsbedarf erkennen.
Zum Jahresende 2010 steht die Neuausschreibung der heutigen RE 3- und RE 5-Linien an. Der DBV Berlin-Brandenburg würde sich freuen, wenn die Bundesländer die Chance zur Korrketur nutzen und die Erfahrungen aus Niedersachsen, Bremen und Hamburg auf die östlichen Bundesländer übertragen würden (Pressemeldung Deutscher Bahnkunden-Verband, 16.06.10).

Schreibe einen Kommentar