S-Bahn: DBV Berlin-Brandenburg zu den erneuten Ausfällen bei der S-Bahn Berlin

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Die erneuten Zugausfälle bei der S-Bahn Berlin GmbH zeigen deutlich, dass die bisher getroffenen Maßnahmen nicht ausreichen, in absehbarer Zeit das vertraglich vereinbarte Zugangebot auch wirklich zu fahren.
Zur Erinnerung: die Krise dauert jetzt bereits über ein halbes Jahr an und es ist keineswegs zu erkennen, dass es besser wird. Es wird endlich Zeit, dass die DB AG als Mutterkonzern durch wirksame Maßnahmen gegensteuert und die S-Bahn Berlin GmbH in die Lage versetzt, ein stabiles, planbares und zuverlässiges Angebot für die Fahrgäste zu erbringen.
Alle im letzten halben Jahr getroffenen Maßnahmen zur Verbesserung haben nicht gewirkt. Der DBV-Landesverband fordert deshalb:
1. Mindestens während der andauernden S-Bahn-Krise müssen alle Fernzüge auf der Berliner Stadtbahn am Bahnhof Zoo halten.
2. Die S-Bahn Berlin GmbH muss mehr Eigenständigkeit erhalten, um schnell und ohne erst auch für kleine Geldbeträge Genehmigungen aus der Zentrale einholen zu müssen, wirksam eine Verbesserung herbeizuführen. Das betrifft ganz besonders den Personalstamm. Mindestens auf alle Umsteige-, innerstädtischen und Endbahnhöfe gehört Personal. Ebenso muss endlich entschieden werden, ob die Werkstattkapazitäten für die Wartung ausreichen. Die über die modernen LCD-Anzeigen auf vielen Bahnhöfen gemachte Aufforderung an die Fahrgäste, sich über den aktuellen Betriebszustand zu informieren, ist nicht hinnehmbar. Die S-Bahn Berlin GmbH ist für die ausreichende und richtige Information ihrer Fahrgäste verantwortlich!
3. Es muss mehr Personal auf den Bahnsteigen zur Information der Fahrgäste geben. Wenn es derzeit im Güterverkehr einen Überhang an Mitarbeitern gibt, sollten diese zur Fahrgastinformation bei der S-Bahn Berlin GmbH eingesetzt werden.
4. In Zukunft muss das Bundesverkehrsministerium seiner Verantwortung für die DB AG gerecht werden. Es geht nicht, immer nur auf die angebliche wirtschaftliche und unternehmerische Eigenständigkeit des DB-Konzern zu verweisen. Es handelt sich immer noch um Bundesschienenwege und die DB ist immer noch ein Staatsunternehmen!
5. Bereits seit längerer Zeit schlägt der DBV vor, den Aufbau eines Fahrzeugpools für die Berliner S-Bahn zu prüfen. Damit würden sich die Besteller, die Länder Berlin und Brandenburg, aus der Abhängigkeit von der DB AG befreien. Praktische Ergebnisse aus anderen Bundesländern zeigen, dass dies durchaus ein Weg sein könnte, um das Monopol der DB AG zu brechen.
Jeder Tag, an dem die S-Bahn in Berlin und Brandenburg nicht wie vertraglich vereinbart fährt, ist das System des öffentlichen Nahverkehrs insgesamt der Verlierer. Es muss endlich, und dieser Vorwurf ist an die DB AG gerichtet, wieder der Fahrgast im Vordergrund stehen und nicht eine möglichst hohe Rendite (Pressemeldung Deutscher Bahnkunden-Verband Landesverband Berlin-Brandenburg e. V., 05.01.10).

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