S-Bahn: DBV begrüßt Denkschrift

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Der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg, Hans-Werner Franz, hat eine „Denkschrift“ mit dem Titel „Berliner S-Bahn am Scheideweg“ der Öffentlichkeit vorgelegt. Ausdrücklich ist diese Denkschrift als seine Privatmeinung gekennzeichnet. Eigentlich dürfte sie überhaupt kein großes öffentliches Aufsehen erregen. Die dort genannten Fakten sind alle öffentlich bekannt bzw. zugänglich und den Ausweg aus der jetzigen Krise, den Franz empfiehlt, ist auch nicht neu.
Dennoch ist der Vorgang an sich bemerkenswert. Zwischen den Zeilen kommt seine Besorgnis deutlich zum Ausdruck, dass die Politik endlich handeln muss und ab 2017 die Verkehrsleistungen im kontrollierten Wettbewerb vergeben sollte. Die Denkschrift ist mit viel Herzblut geschrieben worden; Herrn Franz liegt der öffentliche Verkehr am Herzen.
In der Denkschrift sind die Vorgänge der letzten Jahre, die nach Meinung von Herrn Franz zur jetzigen Krise geführt haben, komprimiert aufgezählt. Fakten, an denen niemand vorbei kommt. Angefangen von der Verschrottung noch fahrfähiger Züge, die Reduzierung der Werkstattkapazitäten und des Personals bis hin zu den drastischen Gewinnabführungen an den Mutterkonzern. Und über allem schwebt die lethargieähnliche Gleichgültigkeit des Eigentümers der DB AG und damit auch der S-Bahn Berlin GmbH – der Bundespolitik!
Der DBV-Landesverband hofft, dass sich alle Bundes- und Verkehrspolitiker diese Denkschrift durchlesen. Die Zeit für diese 18 Seiten sollte sich jeder politisch Verantwortliche nehmen. Kontrollierter Wettbewerb auch bei der Berliner S-Bahn kann dazu führen, dass es wieder ein stabiles und verlässliches Angebot gibt und sich die Vorfälle der letzten Jahre nicht wiederholen.
Der Bundespolitik sei ins Stammbuch geschrieben: sie muss endlich ihre Verantwortlich für das Schienennetz wieder vollumfänglich wahrnehmen und sich tatsächlich darum kümmern, was mit dem Geld der Steuerzahler passiert. Der DBV ist bereit, sich in die Diskussion um die Zukunft der Berliner S-Bahn einzubringen (Pressemeldung Deutscher Bahnkunden-Verband Landesverband Berlin-Brandenburg e. V., 04.12.09).

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