S-Bahn: GDL: Strategien statt Polemik

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Vor unbedachten Schnellschüssen hat der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL), Claus Weselsky, im Zusammenhang mit den erneuten Pannen bei der Berliner S-Bahn gewarnt.
„Eine Kündigung des Verkehrsvertrages, wie jetzt von Politikern gefordert, löst die Probleme nicht, sondern gefährdet die Arbeitsplätze der Beschäftigten bei der S-Bahn“, so Weselsky. „Statt solcher polemischen Forderungen soll der Bund als Eigentümer der Bahn jetzt für klare Strategien bei der S-Bahn-Berlin sorgen.“
Neben der Gewährleistung der Sicherheit von Fahrgästen und Fahrpersonal seien jetzt dringend Investitionen nötig: „Nur so kann ein zukunftsfähiger Nahverkehr für die Stadt Berlin gewährleistet werden,“ sagte Weselsky. Außerdem müsse die Deutsche Bahn unverzüglich ein tragfähiges Nahverkehrskonzept vorlegen.
„Befremdlich“ nannte es Weselsky, dass die Verantwortlichen für die Ausfälle bislang wenig zu befürchten hatten. Der frühere Technik-Chef der Berliner S-Bahn, Ulrich Thon, arbeite heute unbehelligt bei der DB Regio AG in Frankfurt, „obwohl durch seine rigiden Sparmaßnahmen zu Jahresbeginn nachweislich Hunderte von Zügen wegen eingefrorener Fahrsperren ausfielen.“
Es stelle sich auch die Frage nach dem Aufsichtsratschef der S-Bahn, Hermann Graf von der Schulenburg, der eigentlich das Treiben bei der Bahn-Tochter kontrollieren solle. Davon sei nichts zu bemerken.
„Zur Behebung von Missständen gehört es auch, die Verantwortlichen zu benennen und zur Rechenschaft zu ziehen. Genau das erwarten wir jetzt von der Deutschen Bahn“, sagte Weselsky (Pressemeldung Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, 10.09.09).

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