S-Bahn: VBB-Chef übt scharfe Kritik an der Berliner S-Bahn

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Die kurzfristig angesetzten Sicherheitsüberprüfungen bei der S-Bahn sorgen seit dem frühen Morgen in Berlin für erhebliche Verärgerung bei den Fahrgästen. Durch die Sonderüberprüfungen an Rädern von Fahrzeugen der Baureihe 481 verkehren die meisten S-Bahn-Linien im 20-Minuten-Takt, die Linien S45 und S85 entfallen komplett.
Dazu sagt Hans-Werner Franz, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg: „Die Fahrgäste der Berliner S-Bahn sind zu Recht sauer. Über ein Drittel der Fahrzeugflotte steht nun nicht mehr zur Verfügung. Die S-Bahn fährt im Berufsverkehr einen 20-Minuten-Takt, Fahrgäste müssen sich in übervolle, verkürzte Wagen quetschen, Züge fallen ganz aus und auf den Bahnsteigen werden die Fahrgäste nicht einmal ausreichend über die Situation informiert. Natürlich steht die Sicherheit der Fahrgäste an oberster Stelle und jeder hat Verständnis, wenn es bei Sonderüberprüfungen mal zu Einschränkungen kommt. Aber Einschränkungen im Berliner S-Bahnverkehr sind längst zu einem Dauerzustand geworden, denn die Probleme im Unternehmen sind hausgemacht.
Hintergrund scheint der rigide Sparkurs bei der S-Bahn zu sein: Werkstätten wurden geschlossen, Werkstattpersonal reduziert, Fahrzeugreserven abgebaut. Im letzten Jahr fuhr die S-Bahn einen Gewinn von mehr als 56 Millionen Euro ein. Dieser Gewinn blieb aber nicht im Unternehmen, sondern wurde an den Mutterkonzern Deutsche Bahn AG abgeführt. Damit muss Schluss sein.
Die Renditeerwartungen der Deutschen Bahn müssen zurückgefahren werden. Bahnchef Grube darf es nicht zulassen, dass die Qualität der Berliner S-Bahn immer weiter in den Keller fährt.“ (Pressemeldung VBB, 01.07.09).

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