Regionalverkehr + S-Bahn: VBB-Regionalkonferenz Berlin Verkehrssenatorin kritisiert Deutsche Bahn VBB-Geschäftsführer: Berliner S-Bahn weiter unpünktlich

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Auf der heutigen VBB-Regionalkonferenz Berlin sprach Verkehrssenatorin
Junge-Reyer über den aktuellen Stand der Verkehrspolitik.
Der Nahverkehrsplan 2014 werde derzeit bearbeitet.
Schwerpunkte seien darin: die Sicherstellung der Qualität, die
Anpassungen an den demographischen Wandel und die Beschleunigung
des öffentlichen Nahverkehrs. Für Letztere werden
Vorrangregelungen für Straßenbahn und Bus geprüft. Die Senatorin
betonte den Vorrang des ÖPNV vor dem Auto, v. a. in Hinblick
auf die Anbindung des neuen Flughafens BBI. Ungewohnt
scharf kritisierte die Senatorin dabei den schleppenden Fortschritt
beim Ausbau der Dresdner Bahn: „Das, was die Deutsche Bahn da
macht, dauert mir eindeutig zu lange.“ In der Diskussion favorisierte
Junge-Reyer erneut die Tunnelvariante, um die unmittelbar
Betroffenen vor Lärmimmissionen zu schützen.
Im nachfolgenden Vortrag unterstrich Hans-Werner Franz, Geschäftsführer
des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburgs, die
positiven Entwicklungen im ÖPNV. Fahrgastzahlen und Einnahmen
seien gestiegen. Zahlreiche Neuentwicklungen des VBB hätten
sich als erfolgreich erwiesen: U. a. das Seniorenticket VBB-Abo
65plus, das schon über 50 000 Abonnementen gewinnen konnte.
Franz bekräftigte seine Kritik an der Qualität der S-Bahn. Nach
den chaotischen Zuständen im Januar, als tausende Züge ausfie-len und teils erheblich verspätet fuhren, habe die S-Bahn die vertraglich
vereinbarte Pünktlichkeit im April erneut nicht erreicht.
„Wir können mit der Leistung der S-Bahn weiterhin nicht zufrieden
sein: Die Qualität sinkt, während die wirtschaftlichen Gewinne
steigen. Es ist höchste Zeit, dass bei der S-Bahn eine andere
Unternehmensphilosophie einkehrt. Ziel muss es sein, dass annähernd
jeder Zug pünktlich ist.“ Besorgt zeigte sich VBBGeschäftsführer
Franz auch über die Qualität der S-Bahnstationen
und konstatierte ein Zuständigkeitsproblem: „Die Fahrgäste beschweren
sich zurecht über den desolaten Zustand der SBahnhöfe.
Wenn der Bund auf sein Unternehmen, die Deutsche
Bahn, keinen Einfluss nimmt, dann müssen es die Bundesländer
machen.“ Anschließend sprach Frau Susanna Weber, Leiterin
Produktmanagement Berlin-Tourismus Marketing GmbH, zum
Thema Berlin-Tourismus und Nahverkehr. Sie berichtete, dass der
Berliner ÖPNV im internationalen Vergleich Bestnoten erhalten
würde. Dies sei ein erheblicher wirtschaftlicher Faktor: Die Mehrheit
der Reisenden käme per Bahn angereist und gebe pro Tag
195 Euro in der Hauptstadt aus.
Die Folienvorträge der VBB-Regionalkonferenz Berlin sind im Internet
unter www.VBBonline.de veröffentlicht.

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