Bahnverkehr: DBV: Sieben Wochen nach der Einstellung fährt der Vogtland-Express wieder

http://www.lok-report.de/

Am Abend des 16. Februar 2009 verließ der letzte Vogtland-Express Berlin. Ein ehrgeiziges, 2006 vom DBV mit dem Schienenverkehrs-Preis ausgezeichnetes Projekt schien gescheitert zu sein. Doch bereits am 8. April 2009 wagte die Vogtlandbahn GmbH einen Neustart.
Am 12. Juni 2005 verkehrte der Vogtland-Express – einer der wenigen privaten Fernverkehrszüge in Deutschland – das erste Mal zwischen Plauen (Vogtl) ob Bf und Berlin-Lichtenberg. Das täglich angebotene Zugpaar fuhr über Reichenbach und anfangs über Werdau-Altenburg-Leipzig. Zwischenzeitlich gab es sogar eine Verlängerung bis Hof (Saale). Betrieben wurde die Verbindung von der Vogtlandbahn GmbH, einem Tochterunternehmen der Arriva Deutschland GmbH.
Die in dieser Relation einzige und daher bei vielen Fahrgästen sehr beliebte Zugverbindung wurde am 16. Februar 2009 sehr kurzfristig und noch dazu im laufenden Fahrplanabschnitt eingestellt. Seitens der Vogtlandbahn-Geschäftsführung wurde dieser unerfreuliche Schritt mit zuletzt erheblich gestiegenen Kosten begründet, die einen wirtschaftlichen Weiterbetrieb unmöglich gemacht hätten. Da in diesem Winter die Kraftstoffpreise allerdings deutlich sanken, war diese Begründung wenig überzeugend. Umso überraschender war dann die erfreuliche Nachricht, dass der Vogtland-Express den täglichen Betrieb zum 8. April 2009 auf seiner Linie (Adorf-) Plauen (Vogtl) ob Bf-Zwickau-Chemnitz-Berlin Zoologischer Garten wieder aufnimmt. Im Raum Berlin werden zusätzlich die Halte Flughafen Berlin-Schönefeld, Ostbahnhof, Alexanderplatz und Friedrichstraße bedient. Angesichts hoher Stationsgebühren wird am Berliner Hauptbahnhof weiterhin ohne Halt durchgefahren.
Der Wiederaufnahme des Verkehrs waren intensive Gespräche mit dem Zweckverband ÖPNV Vogtland und dem Vogtlandkreis vorausgegangen. Auch der Deutsche Bahnkunden-Verband hat sich dabei für den Erhalt des „Vogtland-Express“ eingesetzt.
Fahrkarten gibt es ohne Aufpreis direkt im Zug beim Fahrgastbetreuer. Allerdings kostet die einfache Fahrt von Plauen nach Berlin jetzt 29 statt zuvor 27 Euro, ab Zwickau sind es 28 statt 26 Euro und ab Chemnitz 25 statt 23 Euro. Doch trotz dieser Verteuerung ist das Angebot immer noch günstiger als bei der DB AG, wo beispielsweise zwischen Chemnitz und Berlin je nach Zuggattung 33,70 bis 53,00 Euro zu zahlen sind – bei mindestens zweimaligem Umsteigen. Auch die im Vogtland-Express angebotenen Getränke und Snacks sind im Vergleich zur DB AG recht preisgünstig.
Es bleibt zu hoffen, dass dieses für Tagesreisen von Sachsen nach Berlin interessante Angebot nicht nur dauerhaft erhalten bleibt, sondern möglichst bald noch ausgebaut wird, zum Beispiel um ein Zugpaar, dass morgens in Berlin startet und Tagesreisen nach Sachsen ermöglicht (Pressemeldung Deutscher Bahnkunden-Verband, 08.04.09).

Schreibe einen Kommentar