Regionalverkehr: Fahrplanwechsel ohne wesentliche Verbesserungen für Südbrandenburg

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Am 14. Dezember tritt bei der Bahn ein neuer Fahrplan in Kraft. Wesentliche Verbesserungen können die Fahrgäste vom neuen Angebot nicht erwarten.
Lediglich das seit Juni dieses Jahres in Calau erforderliche Umsteigen für Reisende von Senftenberg, Großräschen und Altdöbern in Richtung Berlin entfällt. Der RegionalExpress Cottbus – Berlin – Rathenow nimmt nach Beendigung der Bauarbeiten zwischen Cottbus und Lübbenau wieder den direkten Weg über Vetschau, statt über Calau. Die RegionalBahn 14 Senftenberg – Lübbenau – Berlin – Nauen verkehrt wieder ohne Unterbrechung. Während sich die Fahrgäste der RB 14 über die umsteigefreie Direktverbindung nach Berlin freuen können, müssen Sie nun wieder den langen Umweg der Züge über Berlin-Schönefeld in Kauf nehmen. Die Fahrzeit verlängert sich zwischen Senftenberg und Berlin Alexanderpatz um 16 Minuten.
Waren die Pressemitteilungen über die gesicherte Finanzierung des Ausbaus der gesamten Bahnstrecke Cottbus – Berlin auf 160 km/h für Cottbuser Pendler eine gute Nachricht, dürften vor allem Fahrgäste aus dem Oberspreewald-Lausitz-Kreis wenig begeistert von den zu erwartenden Bauarbeiten sein. Bereits das Jahr 2008 gab mit zahlreichen Baufahrplänen mit Schienenersatzverkehr in Bussen und deutlichen Fahrzeitverlängerungen einen Vorgeschmack auf das, was die Pendler in der RegionalBahn 14 in den nächsten Jahren erwarten wird. Profitieren werden Sie vom Ausbau am wenigsten, die RegionalBahn kann auf Grund der hohen Haltepunktdichte die künftige Höchstgeschwindigkeit gar nicht nutzen. Der im Jahr 2006 durch das Land Brandenburg 2006 abbestellte RegionalExpress Senftenberg – Finsterwalde – Berlin fehlt gerade jetzt als Alternative. Bemühungen der Elbe-Elster-Region, diese Abbestellung wieder rückgängig zu machen erteilte das Infrastrukturministerium Brandenburgs erst im September eine Absage. Leider fanden diese Bemühungen in der Region Oberspreewald-Lausitz wenig offizielle Unterstützung
Auch im neuen Fahrplan gelingt es dem Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg nicht, die Bahnlinien Berlin – Senftenberg und Cottbus – Senftenberg – Dresden / Falkenberg sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Mit fast schon schlechter Gewohnheit verpassen sich beide Linien in Senftenberg alle 60 Minuten um eine viertel Stunde. So bleibt eine gute Anbindung der Spreewald-Region an Dresden oder von Ruhland nach Berlin weiterhin frommes Wunschdenken. Auch eine vom Fahrgastverband PRO BAHN Lausitz bereits 2006 vorgeschlagene Verlängerung der RegionalBahn Berlin-Senftenberg bis Ruhland mit Einbindung in den dortigen Umsteigeknoten wird erneut nicht realisiert. Es scheint fast so, als wolle der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg gar keine steigenden Fahrgastzahlen in den Südbrandenburger Zügen. Anders lässt sich die seit Jahren existierende schlechte Anschlussgestaltung in dieser Region nicht erklären (Pressemeldung PRO BAHN e.V. Regionalgruppe Lausitz, 12.12.08).

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