Bahnhöfe: Fahrgastverband IGEB kritisiert Verlängerung des Hauptbahnhof-Dachs

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Seit Jahren wird der Standard der Deutschen Bahn bei Bahnhöfen und Strecken abgesenkt, werden Ausbaumaßnahmen zurückgestellt. Der Bund als Eigentümer unterstützt diese Fehlentwicklung oder duldet sie zumindest.
Aber beim Berliner Hauptbahnhof will der Bundesbau- und Verkehrsminister plötzlich 53 Millionen Euro für eine Verlängerung des Bahnsteigdaches einsetzen, die nur wenigen Fahrgästen nutzt, die aber für hunderttausende eine mehrmonatige Sperrung der Berliner Stadtbahn bedeutet und die Folgekosten für den Unterhalt in einer vom Ministerium verschwiegenen Höhe verursacht.
• S-Bahnhof Ostkreuz: Beim Neubau des Ringbahnsteigs soll aus Kostengründen auf die Bahnsteighalle verzichtet werden. Täglich 80.000 Fahrgäste würden dann im Regen stehen.
• S-Bahn Berlin-Charlottenburg: Neubau der Bahnsteige für täglich 50.000 Fahrgäste mit nur halber Bahnsteigüberdachung.
• S-Bahnhof Julius-Leber-Brücke: Neubau für täglich 17.000 Fahrgäste ohne Bahnsteigdächer
• Wannseebahn (S-Bahn-Linie 1): Abbau der Zugzielanzeiger auf den Bahnsteigen zugunsten von Blechschildern, die wie auf einem Dorfbahnhof nur noch die Fahrtrichtung, nicht aber das Ziel angeben.
• Streckenausbau Berlin—Cottbus mit anschließender deutlicher Fahrzeitverkürzung: Zurückgestellt auf unbestimmte Zeit.
Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Und immer lautete die Begründung: Wir haben kein Geld. Die Empfehlung zur Dachverlängerung im Berliner Hauptbahnhof von Bundesminister Wolfgang Tiefensee beweist nun aber, dass es nicht am Geld fehlt, sondern an der Bereitschaft und Fähigkeit, dieses Geld dort auszugeben, wo es tatsächlich einer großen Zahl von Fahrgästen nutzt (Pressemeldung Berliner Fahrgastverband IGEB e.V., 23.06.08).

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