Regionalverkehr: Brandenburg: Fürstenwalde – Beeskow ist zu 85 % bezahlt, aber nur zu 38 % gebaut

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Unglaubliches hat der kürzlich veröffentlichte Jahresbericht 2007 des Landesrechnungshofes Brandenburg zu Tage gefördert. Bekanntlich sind von der einstmals 32,5 km langen Eisenbahnstrecke von Fürstenwalde (Spree) nach Beeskow nur 12 km befahrbar. Dennoch hat die Herrichtung dieses knappen Streckendrittels nach Ermittlungen des Landesrechnungshofes bereits 85 % der einstmals veranschlagten Kosten für die gesamte Strecke „gefressen“.
Seit 1997 fuhr zwischen Fürstenwalde und Beeskow kein Zug mehr. Von 1999 an war der nördliche Abschnitt bis Bad Saarow-Pieskow wieder befahrbar. Immer wieder wurden von der DB Netz AG und der Landesregierung neue Wiedereröffnungstermine in die Welt gesetzt.
Alles heiße Luft! Laut Bericht „war sie [die DB Netz AG; Anm. DBV] nicht in der Lage, die Geamtmaßnahme termin- und zielgerecht auszuführen.“ Stattdessen wurde durch immer neue Nachforderungen (alleine etwa 200 Planungsänderungen, „ständige Mittelverschiebungen und unverhältnismßig hohe Bau- und Planungskosten“) die Förderbehörde unter „Nachbewilligungszwang“ (Zitate aus dem Bericht) gesetzt.
Die Aussagen in dem Bericht des Landesrechnungshofes lesen sich wie eine moderne Räuberpistole.
Der DBV Berlin-Brandenburg fordert angesichts der schlimmen Versäumnisse auf beiden Seiten die geplanten, bewilligten und bereits ausgezahlten Gelder zweckentsprechend für den Wiederaufbau der gesamten Strecke weiter von Bad Saarow-Pieskow nach Beeskow zu verwenden. Denn wie der Bericht auch feststellt, war die genehmigte Teilung des Sanierungsvorhabens in zwei Abschnitte (der eine, der heute befahren wird, und der andere, der nicht wieder aufgebaut werden soll) unzulässig, da das Gesamtvorhaben Fürstenwalde (Spree) — Beeskow genehmigt und gefördert wurde!
Und selbstverständlich muss das Land Brandenburg dann auch den hier geplanten Schienenverkehr bestellen. Die prognostizierten durchschnittlich 700 Fahrgäste und die regionale Tourismuswirtschaft werden sich freuen (Pressemeldung DBV Berlin-Brandenburg, 05.12.07).

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