Bahnverkehr + Regionalverkehr: Brandenburg: 32. Internationale Ostbrandenburger Verkehrsgespräche

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Anlässlich der 32. Internationalen Ostbrandenburger Verkehrsgespräche (www.iovg.de) am 21.11.2007 in Kostrzyn, erläuterte Wolfgang Koch vom Bundesministerium für Verkehr den Terminplan für den Neubau der wichtigen grenzüberschreitenden Eisenbahnbrücke bei Frankfurt (Oder). Demnach ist der Staatsvertrag, der den Neubau und die Unterhaltung der Eisenbahnbrücken über Oder und Neiße regelt, schlussverhandelt und ausformuliert. Jetzt bedarf es nur noch der Gegenzeichnung des Staatsvertrages, „mit der für Januar 2008 gerechnet wird“. Trotz sich anschließender Ratifizierungsprozedur kann schon mit der Unterschrift und der bis dahin vorliegenden polnischen Baugenehmigung der Baubeginn eingeleitet werden, so dass frühestens für Ende 2008 die Inbetriebnahme möglich erscheint. Vorher wird die neue Brücke im Rahmen einer mindestens sechswöchigen Totalsperrung im Oktober/November 2008 eingeschoben.
Hinsichtlich der Ausbaupläne der für den Güterverkehr wichtigen Bahnstrecke Knappenrode – Horka – Bundesgrenze D/PL auf Zweigleisigkeit mit Elektrifizierung geht Koch erst 2009/2010 von einem Baubeginn und einer „Fertigstellung im Zeitraum 2012/2013“ aus. Als Ursache für den späten Fertigstellungstermin sieht der Vertreter des Bundesverkehrsministeriums die aufgrund der angrenzenden Naturschutzgebiete umfangreichen Planfeststellungsverfahren an. Gleichzeitig gibt es noch Abstimmungsbedarf zwischen dem Bund und dem Freistaat Sachsen, der diese Strecke für 160 km/h anstatt für 120 km/h ertüchtigt sehen möchte. Während die deutsche Seite diese Strecke im Rahmen einer Totalsperrung ausbauen will, wendet sich die polnische Seite dagegen und plädiert für einen Ausbau quasi unter rollendem Rad.
Ferner sagte Koch die Aufnahme von deutsch-polnischen Verhandlungen zum Ausbau der Strecke Berlin – Szczecin noch im Jahr 2008 zu. Im Anschluss an die Unterzeichnung des Staatsvertrages zur Unterhaltung der grenzüberschreitenden Eisenbahnbrücken soll hiermit begonnen werden. Immerhin bejaht ein seit Ende 2005 vorliegendes Gutachten die Wirtschaftlichkeit des Ausbaus der Stettiner Bahn auf zwei Gleise mit Elektrifizierung zwischen Passow und Szczecin-Gumience und einer Höchstgeschwindigkeit auf 160 km/h.
Als Vertreter des Marschallamtes zeigte Andrzej Klauza die eisenbahnpolitischen Pläne der Wojewodschaft Lubuskie auf. Demnach soll die Eisenbahnstrecke Kostrzyn – Gorzów bis 2013 aus Finanzmitteln der Wojewodschaft modernisiert und für 120 km/h ausgebaut werden. Gleichzeitig äußerte er die Hoffnung der Sanierung der Neißebrücke zwischen Forst und Zasieki, als auch der Wiederaufnahme des Zugverkehrs zwischen Guben und Czerwiensk. Schließlich hat das Marschallamt bei PKP-Intercity einen durchgehenden Fernzug von Gorzów nach Berlin angefragt.
Einen interessanten Vorschlag machte in diesem Zusammenhang Witold Jakubowski als Vertreter der PKP Przewozy Regionalne. Da die Trassengebühren der Strecke Kostrzyn – Gorzów – Krzyz – Poznan deutlich niedriger seien, als auf der bereits modernisierten Strecke Kunowice – Poznan, könnte ein durchgehender Fernzug Berlin – Poznan über die „Ostbahn“ zu einem günstigeren Tarif angeboten werden, als der Berlin-Warszawa-Express. Immerhin nutzen 250.000 Reisende jährlich den Eisenbahngrenzübergang in Kostrzyn, und das trotz der Umsteigesituation.
Am Rande der 32. Ostbrandenburger Verkehrsgespräche wurde noch bekannt, dass vsl. zwischen Februar und Mai 2008 im Rahmen einer Totalsperrung der Streckenabschnitt Werbig – Golzow im Zuge der „Ostbahn“ saniert werden soll. Hier verursacht eine Torfstelle seit geraumer Zeit eine sechs Kilometer lange Langsamfahrstelle, die nur mit 50 km/h befahren werden kann. Der Vertreter der DB Netz AG, Ulrich Schultheiß konnte den Termin allerdings nicht bestätigen. Gleichzeitig dementierte er Gerüchte, eines nach 2008 vorgesehenen Rückbaus des zweigleisigen Streckenabschnittes der „Ostbahn“ zwischen Trebnitz und Seelow-Gusow auf lediglich ein Streckengleis (Tobias Pohlman, 22.11.07).

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