S-Bahn: Berlin: DBV hält Abzug von Personal auf den Bahnsteigen für bedenklich

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Innerhalb kurzer Zeit wird die S-Bahn Berlin GmbH laut einer Pressemitteilung vom 7. November 2007 von allen ihren Bahnsteigen das Personal abziehen. Nach Meinung des DBV Berlin-Brandenburg geht sie damit den bedenklichen Weg, den die BVG bereits vor einigen Jahren eingeschlagen hat und der sich für die Fahrgäste negativ ausgewirkt hat.
Der Abzug von Personal auf den Außenstrecken zeigt es bereits heute deutlich: Vandalismus und Verschmutzungen nehmen zu, die Fahrgäste fühlen sich auch objekt nicht mehr umfassend betreut. Zentral gesteuerte Lautsprecherdurchsagen haben den großen Nachteil, dass sie nicht auf örtliche Verhältnisse abgestellt werden können. Was nützt beispielsweise eine Verspätungsinformation, wenn die Umgebungslautstärke bei der Durchsage so hoch ist, dass niemand auf dem Bahnsteig etwas versteht? Gerade wenn es zu Störungen kommt, erfordern diese eigentlich verständliche Auskünfte für jeden Einzelfall!
Und in der Innenstadt bedeutet der Abzug des Personal einen erheblichen Qualitätsverlust beim Service. Denn Touristen und „einheimische“ Gelegenheitsfahrgäste sind nunmehr auf ihr vorhandenes Tarifwissen oder die Hilfsbereitschaft weiterer Fahrgäste angewiesen.
Durch den angestrebten Abzug des Bahnsteigpersonals geht ein weiteres Qualitätsmerkmal für den Bahnverkehr verloren. Es wäre wesentlich besser gewesen, wenn der Senat in seinen Vertragsverhandlungen mit der S-Bahn Berlin GmbH darauf gedrungen hätte, dass alle wichtigen Halte ihr Personal behalten!
Dem DBV Berlin-Brandenburg ist es durchaus bewußt, dass sich die S-Bahn Berlin GmbH im Wettbewerb mit anderen Unternehmen befindet und der Druck, noch mehr Gewinn an den DB-Konzern abzuführen, sicherlich auch gestiegen ist. Aus Sicht der Fahrgäste sollte es dennoch Mittel und Wege geben, wenigstens in der Innenstadt und an den stark frequentierten Umsteigebahnhöfen Personal zu stationieren. Technik kann nach Meinung des DBV Berlin-Brandenburg immer nur den Mitarbeiter unterstützen, niemals jedoch vollständig ersetzen. (Pressemeldung Bahnkunden-Verband Berlin-Brandenburg e. V., 09.11.07).

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