Bahnverkehr: Atomtransport vorerst ohne größere Störungen, aus Die Welt

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Atomtransport_vorerst_ohne_groessere_Stoerungen_.html

Einstweilige Verfügung abgelehnt
Drei Bürgerinitiativen und ein Anwohner der Bahnstrecke in Lindow (Ostprignitz-Ruppin) hatten am Montag eine einstweilige Verfügung gegen den Transport beim Verwaltungsgericht Köln beantragt. Dort hat die Deutsche Bahn Netz AG ihren Sitz. Die Antragsteller befürchten, dass drei Brücken auf der Bahnstrecke unter der Last des Reaktordruckgefäßes zusammenbrechen könnten. Das Verwaltungsgericht lehnte den Antrag jedoch ab. Auch die Bündnisgrünen forderten von der verantwortlichen Firma Energiewerke Nord, den geplanten Reaktortransport auszusetzen. Es gebe zahlreiche ungeklärte Fragen im Hinblick auf die Sicherheit der Bahnstrecke, über die der Reaktor rollen soll, sagte Grünen-Landeschef Axel Vogel. Hinweise von Bürgerinitiativen auf offensichtliche Sicherheitsmängel habe die Bahn nicht entkräften können. Vogel fordert, dass die Bahn AG vor allem die Tragfähigkeit der drei Brücken bei Lindow durch ein unabhängiges Gutachterbüro überprüfen lässt.
Brücken zu schwach?
Die Bahn AG habe den Verkehr auf der umstrittenen Bahnstrecke Ende 2006 für etwas schwerere behindertengerechte Personenwaggons mit der Begründung gestoppt, die dort zu überquerenden Brücken seien für Lasten über 18 Tonnen nicht mehr tauglich. Die Bahn wies die Vorwürfe, dass sich die Strecke in keinem sicheren Zustand befinde, als gegenstandslos zurück. Sie will die Brücken zusätzlich abstützen. „Ich erwarte von der DB AG und dem Eisenbahnbundesamt, dass alles getan wird, um die Brücken auf der Strecke bei Lindow absolut sicher zu machen“, sagte Infrastrukturminister Reinhold Dellmann (SPD). „Bei einem derartigen Transport muss Sicherheit das oberste Gebot sein.“ Umweltminister Dietmar Woidke (SPD) hält den Rücktransport auf der Schiene für sicher. „Wer den Rückbau kerntechnischer Anlagen will, muss auch Transporte zulassen“, sagte er am Montag bei einem Besuch im ehemaligen Kernkraftwerk.

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