Straßenbahn: Berlin: Neue Einstiegshilfe für mobilitätsbehinderte Fahrgäste zum Patent angemeldet

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Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die Mühlhäuser Firma „Schließ- und Sicherungssysteme“ haben mit der „Mechanischen Klapprampe als Kassettenlösung“ eine Weltneuheit entwickelt. Für die mobilitätsbehinderten Fahrgäste stellt sie eine komfortable und für die BVG eine wirtschaftliche Alternative zu dem bisher im Einsatz befindlichen Hublift in der Berliner Niederflurstraßenbahn dar. Die Klapprampe ist für den Einbau und die Erprobung in den vier Vorserienfahrzeugen FLEXITY Berlin vorgesehen.
Bei der Klapprampe handelt es sich um eine neue Entwicklung, sozusagen einer Weltneuheit. Die hohe technische Kompetenz der Firma Schließ- und Sicherungssysteme GmbH als Zulieferer für Schienenfahrzeughersteller sowie das betriebliche Know how der BVG machten diese technische Innovation möglich.
Mobilitätsbehinderten Fahrgästen ermöglicht die Rampe an Haltestellen mit unterschiedlichem Höhenniveau, den Einstieg und Ausstieg bei ausgeklappter Rampe eigenständig zu bewältigen. Während die Straßenbahn fährt, wird sie vollständig im Wagenkasten integriert und gesichert.
Die 150 vorhandenen Niederflurfahrzeuge der BVG verfügen über insgesamt 195 Hublifte, die das Fahrpersonal elektrisch betätigt. Aufgrund einer relativ hohen Störungsanfälligkeit, hohen Anschaffungs-, Wartungs- und Instandhaltungskosten, hat die BVG nach einer betrieblich und wirtschaftlich besseren Lösung gesucht. Bisher vorhandene Klapprampen entsprachen nicht den Anforderungen unter den Berliner Einsatzbedingungen.
Die mechanische Klapprampe hat folgende Vorteile gegenüber den bekannten Hubliften:
• Anschaffungspreis je Klapprampe beträgt nur ein Drittel eines Hubliftes,
• mindestens 50% geringere Wartungs- und Instandhaltungskosten,
• Reduzierung von fahrgastrelevanten Störungen durch die mechanische Betätigung und Reduzierung störanfälliger technischer Komponenten,
• geringeres Gewicht,
• Fahrpersonal ist direkt vor Ort, um bei Bedarf Hilfestellung zu leisten.
In den nächsten Jahren bekommt Berlin eine neue Straßenbahn, die sukzessive die alten Tatrafahrzeuge ersetzen wird, die so genannte „FLEXITY“, eine 100%ige Niederflurstraßenbahn des Herstellers Bombardier Transportation. Die ersten vier Vorserienfahrzeuge werden ab dem Jahr 2008 in Berlin zum Einsatz kommen. Die Bestellung beinhaltet auch eine Option auf bis zu 206 weitere Fahrzeuge. In einer Testphase werden die vier Vorserienfahrzeuge auf Herz und Nieren in täglichem Einsatz geprüft. Der Abruf der Serie ist ab 2011 vorgesehen, sofern die Vorserienfahrzeuge ihre Serienreife bestätigen (Pressemeldung BVG, 26.09.07).

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