Straßenverkehr: Polizei stellt die Bekanntgabe von Blitzerstandorten ein

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Ein Teil der täglichen Messorte, an denen die polizeiliche Geschwindigkeitsüberwachung durchgeführt wird, ist seit Jahren der Öffentlichkeit über das Internet zugänglich und wird durch die Presse und die Rundfunksender verbreitet. Die Polizei hoffte durch diese permanente Information in den Medien das Bewusstsein von Kraftfahrern dafür zu stärken, dass sie nicht nur an den bekannt gemachten Stellen, sondern jederzeit an jedem Ort mit einer Geschwindigkeitsmessung rechnen müssen. Die Erwartung, auf diese Weise ein verbessertes Geschwindigkeitsverhalten zu bewirken, hat sich jedoch nicht erfüllt.

Unangepasste Geschwindigkeit ist nach wie vor eine Hauptunfallursache in Berlin. Im Jahr 2006 ist die Zahl der Geschwindigkeitsunfälle auf 6.000 gestiegen. Dabei verloren 20 Menschen ihr Leben, 320 erlitten schwere Verletzungen. Auch die durchschnittlichen Überschreitungsraten der tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeiten haben sich erhöht.
Bedauerlicherweise haben sich einige Berliner Radiosender fortwährend nicht an die Vereinbarung gehalten, ihnen bekannt gewordene Geschwindigkeitskontrollen nur unter Einhaltung festgelegter Grundsätze zu veröffentlichen. Z. T. werden Hörer animiert, Standorte von Radarkontrollen sofort per Handy mitzuteilen, um sie dann punktgenau zu melden. Insgesamt hat die Bekanntgabe von Kontrollstellen dazu beigetragen, die Geldbörse von Schnellfahrern zu schonen und möglicherweise die Zahl der Hörer zu steigern, ein Nutzen für die Verkehrssicherheit ist indes nicht festzustellen.
Deshalb wird die Berliner Polizei ab März keine Messorte mehr bekannt geben. Schnellfahrer müssen überall damit rechnen, festgestellt und zur Verantwortung gezogen zu werden.

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