Bahnhöfe: Der lange Weg zum kurzen Dach, aus Der Tagesspiegel

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15.01.2007/3021743.asp

Erst in der Planungsphase wurde die Glaskonstruktion auf 430 Meter verlängert – und danach wieder gestutzt, versichert die Bahn
Von Matthias Oloew

Ist das künstlerische Werk des Architekten Meinhard von Gerkan am Hauptbahnhof zerstört oder nicht? Im neu aufgeflammten Streit zwischen Bauherrn und Architekten um die Kappung des Glasdachs unterstreicht die Bahn AG ihren Standpunkt: nein. Ihr Argument: Von Gerkans Ursprungs-Version des Bahnhofs habe ein kurzes Dach vorgesehen. Die Klagen des Architekten, die von ihm vorgesehenen Proportionen des Gebäudes seien aus dem Gleichgewicht gebracht und sein Gesamtwerk damit beschädigt, seien daher nicht stichhaltig. Von Gerkan wettert gegen diese von der Bahn AG neu aufgemachte Front, will sich aber erst zu einem späteren Zeitpunkt detailliert äußern.
Der Auftrag für den Bau des Hauptbahnhofs wurde mehr oder weniger freihändig von der Bahn an von Gerkan vergeben. Im Februar 1993 hatte der Architekt die Bahn, aber auch den Senat mit seiner Idee überzeugt, den neuen …

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