Bus + Museum: Ein luftgefederter Präsident, aus Berliner Zeitung

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Als Kind malte er sie, nun sammelt er sie – Ralf Putzke hat ein Faible für ausgewachsene Busse
Peter Neumann

Vogelspinnen züchten, Rallye fahren oder Papier falten – so unterschiedlich wie die Berliner sind auch ihre Freizeitbeschäftigungen. Die Berliner Zeitung stellt in dieser Serie Menschen und ihre Hobbys vor.
—-Im Wunderland der Bus-Sammler ist es kalt. Doch wer durch die ungeheizte Lagerhalle im Spandauer Ortsteil Haselhorst streift, dem wird trotzdem warm ums Herz. „Das ist unser Präsident“, sagt Ralf Putzke leise und zeigt auf einen Einstöcker, dessen Kühlergrill im Halbdunkel schimmert. „Auf diesen Bus sind wir besonders stolz.“ Kein Kratzer im Fensterglas verzerrt den Blick in das fast 44 Jahre alte luftgefederte Fahrzeug, dessen ehrwürdiges Aussehen zu seinem Spitznamen passt. Drinnen leuchten Glühlampen der weniger starken Sorte, deren Schein sich zart auf den moosgrünen glatten Sitzbezügen spiegelt. Die dunkle Täfelung mit Holzmuster erinnert an gemütliche Fernsehabende vor der Schrankwand mit Toast Hawaii. „Haben Sie auch nichts vergessen?“ fragt ein bunter Aufkleber der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) freundlich, bevor es wieder nach draußen in die kalte Halle geht.
Wo ein Sammelkartenautomat an schlaue Tarifangebote vergangener Zeiten gemahnt: „5 Fahrten Kurzstrecke 7 DM.“ Und das Plakat „Arbeitsplatz BVG: …

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