Regionalverkehr: Brandenburg: Appell zur Eisenbahnverbindung mit NEB nach Kostrzyn

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Auf Initiative der Westlichen Industrie- und Handelskammer in Gorzów, Mitveranstalter der IOVG und Gründungsmitglied der „IGOB Interessengemeinschaft Eisenbahn Berlin – Gorzów EWIV“ unter Mitwirkung des FIL e.V. haben sich die Teilnehmer in einem Appell an die politischen Entscheidungs-träger in der Grenzregion sowie an die Fachministerien in Warschau gewandt.
In den Redebeiträgen zu diesem Thema wurde betont, den anstehen sachlichen Entscheidungsprozess nicht von politischen Zuspitzungen und gegenseitigen Schuldzuweisungen überschatten zu lassen, sondern von den dafür zuständigen Behörden in der Republik Polen und der Bundesrepublik Deutschland auf Basis der gegenwärtigen Gesetzeslage für diesen Fall in kooperativer Weise nach Lösungen, im Interesse der Bürger beider Länder, zu suchen.
Die Teilnehmer betrachteten die von Dr. Markus Löw, Bereich Strategie SPNV der Deutschen Bahn, erläuterten besonderen Herausforderungen bei der Entwicklung grenzüberschreitender Verkehrsangebote als die Schwerpunkte der weiteren Zusammenarbeit. Gleichzeitig wurde gefordert, den derzeitig lückenbehafteten Rechtsraum für grenzüberschreitende Schienenverkehre, nunmehr dringend, zwischen beiden Ländern auszufüllen. Das sind folgende Handlungsfelder:
1. Zulassung von polnischen Schienenverkehrsfahrzeugen in Deutschland
2. Zulassung von deutschen Schienenverkehrsfahrzeugen in Polen
3. Fahrtberechtigung des Rollmaterials in beiden Ländern
4. Beschaffung von Zwei-Systemfahrzeugen
5. Anpassung von deutschen Fahrzeugen auf polnische Sicherheitstechnik und umgekehrt
6. Anwendung der Grenzübergangsvereinbarungen
7. Entwicklung der fundierten Zusammenarbeit der Aufgabenträger (Tarif, Fahrplanabstimmung, Ressourcenaufteilung)
8. Stärkere Integration der nationalen Infrastrukturplanungen (Koordination, Abstimmung von Baumassnahmen)
Der Wortlaut des Appells: Teilnehmer der vom Frankfurter Institut für Umweltorientierte Logistik e.V. und der Westlichen Industrie- und Handelskammer Gorzów Wlkp. veranstalteten 26. Internationalen Ostbrandenburger Verkehrsgespräche, deren grundlegende Zielstellung in der Förderung von Verkehrsverbindungen zwischen den grenznahen Gebieten Polens und Deutschlands ist, nahmen mit großer Beunruhigung und Missbilligung die Nachricht auf, dass die deutschen Personenzüge der Relation Berlin Lichtenberg – Kostrzyn ab Dezember 2006 keine Einreisegenehmigung bis zum polnischen Bahnhof Kostrzyn erhalten. Diese Tatsache wird hunderte von Fahrgästen täglich zwingen, Ersatzverkehrsmöglichkeiten zwischen den Bahnhöfen Kostrzyn und Küstrin-Kietz zu suchen.
Nach der Abschaffung der zwei Jahre währenden direkten Zugverbindung zwischen Gorzów und Berlin würde dies eine weitere Einschränkung des Personenschienverkehrs auf dieser Verbindung bedeuten.
Vor dem Hintergrund der Mitgliedschaft Polens in der Europäischen Union, des erklärten Willens zur Ausweitung von Kontakten der Bürger im zusammenwachsenden Europa, insbesondere zwischen den direkten Nachbarn, ist eine solche Haltung der polnischen Eisenbahnbehörden unverständlich und inakzeptabel.
Wir protestieren gegen solche Entscheidungen und wenden uns an die politischen Entscheidungsträger in der Grenzregion sowie die politischen Vertreter und Behörden auf zentraler Ebene mit dem Appell, nicht nur die Unterbrechung der direkten Verbindung Zugverbindung zwischen Berlin und Kostrzyn zu verhindern, sondern vielmehr die direkten Schienenverkehrsverbindungen der beiden Seiten der Oder und Neiße zu Kommunikations- und Verkehrsverbindung zwischen den Nachbarvölkern auszubauen (Pressemeldung IGOB Interessengemeinschaft Eisenbahn Berlin-Gorzów EWIV, 21.11.06).

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